Vor Ort mit Google Maps

Auslandskorrespondent müsste man sein. Am besten in den USA. Eintauchen in die kulturelle Weltmacht – in den Straßen des Big Easy, auf den Avenues des Big Apple, unter Orangenbäumen in der Stadt der Engel. Ja, wenn man in Los Angeles wäre, könnte man jetzt zum Beispiel direkt vor Ort dabei sein, wie Gerichtsmediziner Plastiktüten mit Medikamenten aus einer Luxusvilla schleppen oder die Nase rümpfen über die Boulevardreporter, die das so aufmerksam beobachten.

Ja, man könnte sein wie Gregor Peter Schmitz, der über die Klatsch-Webseite TMZ schreibt und zu diesem Anlass gleich bei der Zentrale des Klatsches vorbei gefahren ist – während wir in Deutschland auf den billigen Plätzen saßen und das Ganze per Glotze und Internet verfolgen mussten:

Als die Gründer der Internet-Seite TMZ ein Büro suchten, wurden sie im Westen Hollywoods direkt am Sunset Boulevard fündig. Hier bietet sich dem jungen angesagten Traumfabrik-Menschen alles, was er braucht: noble Nightclubs wie die „Hyde Lounge“, schicke Sonnenbräunungsstudios – und Fitness-Center mit dem schlichten Namen „Crunch“, was frei übersetzt nahelegt, den eigenen Körper für die perfekte Figur ordentlich in die Zange zu nehmen.

Dieses Stimmungsbild konnte Schmitz nur einfangen, weil er eben vor Ort ist – am Puls des Geschehens. Warum er nicht aus dem Auto gestiegen ist, um mit den TMZ-Redakteuren zu reden und stattdessen nur ein paar Presseberichte zitiert, ist allerdings rätselhaft.

Aber was soll nur der Neid? Muss ich mich halt selbst nach L.A. begeben und mir das Ganze anschauen. Das TMZ-Büro, den Fitness-Club Crunch, die Hyde Launch und die vielen Sonnenstudios im verregneten Kalifornien.

Irgendwie habe ich ein Déjà-vu.

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1 Comments.

  1. ,,Warum er nicht aus dem Auto gestiegen ist, um mit den TMZ-Redakteuren zu reden und stattdessen nur ein paar Presseberichte zitiert, ist allerdings rätselhaft.“

    Warum rätselhaft? Vielleicht war er gar nicht da sondern schreibt nur so, dass der flüchtige Leser denkt, er sei dort gewesen. Ich kann in dem Artikel keinen Anhaltspunkt dafür finden dass der Autor wirklich dort war. Das könnte man auch in einem Hinterzimmer irgendwo bei Washington D.C. geschrieben haben. ,,Vor Ort mit Google Maps“ deutet das ja auch an…