You saw it first on Twitter
Ein Flugzeug ist in Amsterdam abgestürzt und ich als Newsjunkie habe mal CNN eingeschaltet. Die ersten Wörter die ich höre:
…you see pictures from Twitter, the website…
Hat also Twitter mal wieder die Massenmedien geschlagen? Bürger mit Handies sind Journalisten überlegen?
Ganz einfach: Nein.
In meinem eigenen Twitter-Horizont kann ich sehen, dass der Flugzeugabsturz im Nachbarland als erstes durch die Massenmedien wahrgenommen wird. Wenn jemand tatsächlich Bilder vom Unglücksort getwittert hat, dann wurden die von einigen Followern gesehen, die sie weitergetwittert haben mögen und vielleicht auch in ein paar Stunden bei mir ankommen. Oder auch nicht.
Es scheint wohl mehr eine Schwäche von CNN zu handeln. Denn grade berichten die Reporter, dass die “local media” Berichte vom Unglücksort bringen. Der Twitter-Twist ist für CNN lediglich eine Möglichkeit, schnell an Bilder zu kommen, die sie wohl nicht bezahlen.

CNN ist einfach extrem Twitter-verliebt. Dass ich probehalber mal den Fernseher einschalte und dann auf dem Default-Kanal CNN binnen 180 Sekunden das Wort “Twitter” höre, die Chance würde ich inzwischen auf ‘erheblich’ schätzen. Kongressabgeordnete, die twittern? Thema! Bürger-Berichterstattung vor Ort, Medium? Twitter! Oder wenn Richard Quest (der große CNN-Drogen-Engländer, der jetzt auch authentisch twittert: @RichardQuest) mal eine namenhafte Person vors Mikro kriegt, fragt er gleich: Do you twitter, too? (So geschehen etwa neulich bei Steve Forbes.)
Man kann CNN jedenfalls nicht vorwerfen, die Neuen Medien zu ignorieren.
[...] selbst verständlich ist: Einsatzberichte und Alarme so offen und frei wie möglich zu machen. Als in Amsterdam ein Flugzeug abstürzte, ging die offizielle Alarmmeldung der Feuerwehr ganz legal über Twitter, [...]