Überwachungslogik (2)

Wenn Vorratsdatenspeicherung gegen unmittelbar bevorstehende Anschläge hilft, warum hilft nicht auch Google Street View?

Lassen Terroristen ihre Schläfer-Camps verpixeln?

Wozu wir einen Personalausweis brauchen

Der Chaos Computer Club hat 11 Forderungen für ein lebenswertes Netz veröffentlicht. Jetzt kann die Diskussion darum beginnen. Also los – unter Forderung Nummer 8 steht dies:

Auch bestehende Regelungen müssen geprüft werden. Andere Länder kommen ganz ohne Personalausweis aus, etwa die USA und Großbritannien. Wieso brauchen wir einen Personalausweis, zumal einen mit biometrischen Daten und Online-Zugriff der Behörden auf die Ausweisdaten? Wieso darf unser Paß biometrische Daten enthalten? Biometrische Ausweisdokumente mit funkendem Mikrochip sind nicht sinnvoll begründet, daher soll ihre Verbreitung nicht fortgeführt werden.

Gerade die Länder, die auf Ausweise verzichten, haben uns in den letzten Jahren gezeigt, dass dieser Verzicht nicht für eine größere Freiheit und weniger Bürokratie sorgt. Im Gegenteil: So muss man in Großbritannien alle möglichen Unterlagen wie Gas- und Wasser-Rechnungen vorlegen, um beispielsweise die British Telecom von seiner Existenz und Adresse zu überzeugen. Dass dabei erheblich mehr private Daten als mit einem Ausweis offenbart werden, ist unvermeidlich. Und in Arizona wurde grade der Ausweisverzicht ad absurdum geführt: Niemand muss Ausweise bei sich haben, aber wenn ein potenzieller Einwanderer einem Polizisten auf Verlangen keine Visapapiere vorlegen kann, wird er eingesperrt. Auch wenn er gar kein Einwanderer ist. Und das ist nur ein Auswuchs von vielen.

Halten wir fest: ein zuverlässiger Ausweis kann(!) tatsächlich private Daten schützen und staatliche Willkür einschränken. Bleibt die Frage: warum biometrische Daten und was immer der CCC mit „Online-Zugriff auf Ausweisdaten“ meint. Bei einer so geringen Verbreitung von falschen Ausweise wie in Deutschland bestand in meinen Augen nicht wirklich ein Bedarf für zusätzliche Authentifizierung. Während ein E-Ausweis mit nutzerautonom implementierten qualifizierten Signaturen durchaus seinen Reiz hat, sind Fingerabdrücke oder die notorisch unzuverlässigen biometrischen Bilder weder für Komfort, noch für Sicherheit ein Gewinn.

Überwachungs-Pause

Da hängt sie nun, die Kamera – knapp unter Google-Streetview-Höhe an einer Fassade im Belgischen Viertel Kölns. Sie ist aus der Verankerung gerissen, baumelt nur noch an dem Kabel vor sich hin. Überwachungs-Pause.

Was ist nur passiert? Wollte sich die Kamera in den Weg eines Verbrechers werfen, der eine unschuldige alte Dame überfallen wollte? Oder war es Vandalismus?

Bestimmt war es einer dieser freiheitsliebenden Jungspunde, der aus fehlgeleitetem Antrieb einen Sprung wagte, um dem tapferen Hüter der Ordnung einen Schlag zu versetzen? Hat er sich mit hasserfülltem Gesicht nach oben katapultiert? Trug er einen Baseballschläger? Oder eine rote Robe?

Die Ökonomie der Überwachung

Die britische Regierung hat ein kreatives neues Geschäftsmodell vorerst gestoppt, wie die BBC berichtet:

The private company scheme intended to stream live footage to subscribers‘ home computers from CCTV cameras installed in shops and other businesses.

Nunja – warum sollte man den Überwachern auch die Heimarbeit verbieten? Das Ganze sollte natürlich dazu dienen, die Kosten für die teure Überwachung zu drücken. Und da kommt der spannende Teil:

The company had initially offered to pay out up to £1,000 if registered viewers spotted shoplifting or other crimes in progress.

Da war die BBC möglicherweise nicht ganz korrekt, denn bei den wenigsten Straftaten, die von Überwachungskameras festgestellt werden können, entsteht ein Schaden von 1000 Pfund.

Auf der Webseite des Anbieters findet sich heute eine etwas andere Formulierung:

Feedback is converted into points and credited to the Viewer’s account on a monthly basis. The user name of Viewer’s who have made the best contribution to the prevention of crime or to securing evidence of crime will be published in a“Thank You List“ at the end of each month unless the Viewer has elected to remain anonymous. The highest scoring Viewer will also receive an award to the value of £1000, which will be paid into the Viewer’s bank account in Europe on verification of identity and age. This fee will be split in the event of a tie.

Der Normal-User bekommt also gar nichts, nur einen feuchten Händedruck, der nicht mal physische Gestalt bekommt. Alleine der Beste der Besten bekommt tatsächlich so viel Geld, dass er damit einen Billig-Job substituieren könnte.

Die Firma weiß sehr genau, welche Art von Usern sie mit diesem (Nicht-)Bezahlmodell anziehen wird: unzuverlässige.

Each Viewer receives 5 alerts per month.
[…]
Use of alerts may be monitored and the numbers of free alerts is limited to prevent system abuse.

Verbotsvermehrung

Bereits 2007 verbot Zürich Handies auf dem Schulhof, weil sich die Kinder ja mit Handykameras mobben könnten.

Ein toller Erfolg, wenn man nach dem Schuldepartment geht – heute zweifelt niemand mehr dieses Handyverbot an. Sagt das Department. Nur ein kleines Problem gab es da: woher soll der Lehrer wissen, ob der Schüler ein iPhone oder einen iPod touch hat? Man kann ja nicht erst warten, bis das Kind vom Happy-Slapping-Drang getrieben seine Mitschüler vermöbelt und dann einschreiten.

Fürwahr – eine knifflige pädagogische Frage. Doch die Lösung liegt so nah:

Die neue Hausordnung verbietet in den Stadtzürcher Schulen ab Sommer alle elektronischen Geräte. Grund für diese Ergänzung ist, dass sich die Geräte optisch immer ähnlicher werden, ein MP3-Player heute also wie ein Mobiltelefon aussieht.

Das verbot beseitigt nicht nur die Zweifel über die Art eines Geräts, sondern ist auch pädagogisch wertvoll.

«Die Kinder sollen miteinander reden, sich entspannen», sagte Caprez weiter. Elektronische Geräte seien dabei nicht förderlich.

Nächste Folge: Schokoriegel sehen doch verdächtig nach kleinen MP3-Playern aus. Und sie sind der gesunden Ernährung Heranwachsender sicher nicht förderlich.

Internetregulierung – der dritte Weg

Christian Stöcker fegt die Scherben der Print-Kollegen auf und postuliert 10 Thesen zum Internet. Die Nummer 7 lautet:

Die Staaten dieser Welt werden sich nicht darüber einigen, wie das Netz sein sollte

Ein Konsens über akzeptable Inhalte für das Internet ist nicht in Sicht – und er wird sich auch niemals herstellen lassen. Das Moral- und Geschmacksempfinden von Sittenwächtern aus Dubai, Deutschland, China, Schweden und den USA unter einen Hut zu bringen, ist ein utopisches Unterfangen. Wenn man sich auf eine internationale Zensur-Infrastruktur einigen sollte, um das Netz sauber zu halten, an wessen Empfinden sollte sich das Sauberkeitsregime orientieren? An den USA, was Gewaltdarstellungen angeht und an Schweden, was den Sex betrifft? Oder umgekehrt?

Stöcker lässt China, Iran und Nordkorea außen vor und hat trotzdem einen Punkt. Wie sollen die trägen internationalen Vereinbarungen und Regime mit der enormen Geschwindigkeit des Internets mithalten? Selbst wenn die Antigonen Schweden und USA einen Sex-Gewalt-Mindeststandard haben – wie lange wird es dauern, ihn durchzufechten und wer soll ihn durchsetzen? In These 8 wird These 7 wieder eingesammelt, aber ignorieren wir das kurz.

Denn es gibt ihn: den dritten Weg der Netzregulierung. Was ist, wenn sich nicht Schweden und die USA, sondern stattdessen AT&T, Etisalat, Telekom, Freenet und Level 3 ein Bündnis, einen Konsens schließen und die überholten Regeln von TCP/IP und WeWeWeh ein wenig weiter entwickeln?

Die transnationalen Regime des Internet ruhen auf privaten Schultern. Und hier geht es um mehr als reine Moralvorstellungen: Geld. Jeder Triple-Play-Anbieter hat Porno-Kanäle im Angebot. Die Überlegung könnte so laufen: Legen wir YouPorn ein paar Steine in den Weg – kein Verlust. Unsere Kunden schauen eh viel lieber unser lizensiertes und züchtig-unzüchtiges Rammel-Programm zum Pauschalpreis an.

Nachteil: wenn die Mauern hochgefahren werden, wenn Strafzölle in Bandbreite und Hops gezahlt werden müssen, kostet das kurz- und mittelfristig viel Geld. Etwas staatliche Ermunterung fördert neue Geschäftsmodelle ungemein.

Big Brother und die Medienkompetenz

Die britische Boulevardzeitung Sunday Express hat eine Hammer-Story:

The Children’s Secretary set out £400million plans to put 20,000 problem families under 24-hour CCTV super-vision in their own homes.

They will be monitored to ensure that children attend school, go to bed on time and eat proper meals.

Big Brother am Werk: So weit ging nicht Mal Orwells Version eines Überwachungsstaates – hier wurden nur Parteimitglieder mit Kameras überwacht, das Proletariat lebte unreflektiert und weitgehend unüberwacht, wurde mit Alkohol, Massenmedien und Lotterien unter Kontrolle gehalten.

Ein Skandal! Kein Wunder, dass die Nachricht flugs reichweitenstark weiter verbreitet wird, auch in tendentiell seriöseren Medien.

Komisch: über die Pläne von Ed Balls haben damals – die Story ist fast zwei Wochen alt – auch diverse andere britische Medien berichtet. Das entscheidende Detail mit den Überwachungskameras ist aber offenbar niemandem außer der Express-Autorin aufgefallen. Beim Guardian liest sich der Part so:

Balls said that so far only half of local authorities – 75 – were taking part in the scheme. So far there are 2,000 families in the intensive family support programme with 42 new projects set up since the publication of the youth crime action plan 12 months ago. Balls hopes it will expand to cover 20,000 problem families within the next 18 months.

The scheme uses a key worker to deliver intensive support to particularly chaotic or challenging young people and families, with non-negotiable elements and sanctions if behaviour does not change. The programme costs between £5,000 and £20,000 per family.

The action plan has also seen the involvement of 26,000 young people in extra activities on Friday and Saturday nights and the introduction of street teams of youth workers to 65 local areas. Operation Staysafe removes vulnerable young people from the streets at night and takes them to a place of safety.

Hat der Express vielleicht etwas genauer hingehört als die Kollegen von Guardian, BBC oder anderen Medien? Spätestens hier sollte der Denkreflex einsetzen: Überwachungskameras in Wohnungen für 5000 Pfund? Die Preise für Hardware und Überwachung müssen extrem gesunken sein, um ein solches Programm durchzuziehen. Zudem auch noch die ganzen angekündigten Programme bezahlt werden müssen.

Lange Rede – kurzer Sinn: die Autorin einer Boulevard-Zeitung hat das Wort „supervision“ gehört, grotesk aus dem Zusammenhang gerissen und daraus eine Horror-Story gemacht. Man könnte jetzt sagen, dass es Bände spricht, wenn erfahrene Journalisten solche Fehlinterpretationen für möglich halten. Aber die Titelstory von express.co.uk ist grade „Omega 3 is the secret of long life“ – so tief sinkt selbst bild.de nicht. Diese Geschichte erzählt mehr über britische Boulevardzeitungen und die Unwilligkeit der IT-Blogger, Quellen kritisch zu hinterfragen, wenn sie Ihnen in den Kram passen.

PS: Mit einer einfachen Mail habe ich das auch ganz offiziell von der britischen Regierung bestätigt bekommen.

Families will not be monitored by CCTV in their own homes. Through Family Intervention Projects (FIPs) we are supporting and challenging the small number of families involved in persistent anti-social behaviour. FIP workers spend time observing families in their own homes, helping them to recognise that their anti-social behaviour is unacceptable. They focus on the causes of their behaviour, and challenge them to make changes so they can turn their lives around. A very small
number of families who need further intensive support are placed in residential units with project workers living with them – this does not involve CCTV.

„This is part of the Government’s approach to preventing and tackling anti-social behaviour and youth crime. In the last year alone, FIPs have challenged and supported over 2,300 families to turn their behaviour around. Twelve months on from the Youth Crime Action Plan, Ed Balls and Alan Johnson have written to all local authorities in England asking them to expand and accelerate FIPs. Councils and police have reported that FIPs are an excellent way of preventing and tackling crime and anti-social behaviour.“

Wohlgemerkt: Das Dementi ist glaubwürdig. Der Express hatte von einer offiziellen Pressekonferenz berichtet, auf der mehrere Minister ein Aktionsprogramm vorgestellt haben, dessen Details in vielen Publikationen vorgestellt wurden und auf der niemand sonst etwas von Überwachungskameras gehört hat.

Der Express hat meine Anfrage nicht beantwortet, ob man zu dem Artikel steht. Offenbar hält die Redaktion auch das offizielle Dementi des Bildungsministers für nicht berichtenswert. Die Autorin Alison Little hält es dieser Tage für weit wichtiger, wie die britische Regierung Einwanderern Steuergelder hinterherwirft.

Davon abgesehen: In Großbritannien läuft allerhand falsch, was Überwachung betrifft – hier ein aktuelles Beispiel. Das sollte aber nicht dazu führen, dass man schlichtweg unreflektiert alles glaubt.

Lachen mit Pakistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten

Pakistan etabliert ein antiterroristisches Lachverbot: Wer Witze über den Präsidenten per SMS oder E-Mail verbreitet, kann bis zu 14 Jahre lang im Knast landen:

The country’s interior minister, Rehman Malik, announced the Federal Investigation Agency (FIA) had been asked to trace electronically transmitted jokes that „slander the political leadership of the country“ under the new Cyber Crimes Act.

Mr Malik, said the move would punish the authors of „ill motivated and concocted stories through emails and text messages against the civilian leadership“.

Was in der ausgiebigen Berichterstattung nicht wirklich erklärt wird: Mit einem solchen Gesetz muss natürlich eine Zensur-Infrastruktur etabliert werden, die den Zugriff auf alle E-Mails und SMS ermöglicht. Mehr noch: Statt wie hierzulande gezielt nach den Kommunikationsdaten von Verdächtigen und ihrer Kontaktpersonen zu suchen, müssen die Pakistaner für ihr Vorhaben quasi alle Daten nach bestimmten Stichworten durchsuchen.

Unmöglich? Nein, mit modernen Datenbanken und ein wenig Expertenwissen ist das kein Problem. Zu den Mobilfunk-Providern in Pakistan gehört das Unternehmen Etisalat, das im Staatsbesitz der Vereinigten Arabischen Emirate ist und sich auch in Pakistan eingekauft hat. Etisalat ist kürzlich dabei ertappt worden, dass sie Blackberry-Anwender ausspionieren wollten, mit einer Software die wegen ihrer Unzuverlässigkeit vom indischen Telekommunikationsministerium abgelehnt wurde. Schließlich soll der Bespitzelte nicht bemerken, dass er bespitzelt wird.

Etisalat hat damit weniger Probleme. Zwar ist die Spionage-Attacke aufgeflogen und hat weltweit Schlagzeilen gemacht, aber Etisalat lügt unbeirrt weiter. Die Zeitschrift Arabian Business, die vor ein paar Tagen lautstark Antworten gefordert hat, wurde durch Exklusiv-Interview mit Etisalat-Manager Abdulla Hashim halbwegs ruhig gestellt. Die Redaktion gibt sich mit einem wortreichen und absolut unglaubwürdigen Dementi zufrieden, erwähnt nicht einmal mehr die erdrückenden Beweise gegen Etisalat oder die brisanten Details der Stellungnahme von Blackberry-Hersteller RIM. Der hat die Etisalat-Kunden sogar explizit davor gewarnt, das von Etisalat als Deinstallionsprogramm verteilte Update zu installieren. Wahrscheinlich wird das Spionageprogramm dadurch nur besser versteckt. Die Leser von Arabian Business werden hingegen ermuntert, in diese weitere Überwachsungs-Falle zu laufen. Man legt sich halt nicht gerne mit den Spitzen von Wirtschaft und Staat gleichzeitig an.

Immerhin die Arab News scheinen noch am Ball zu sein und zeigen ganz klar, dass die Behauptungen von Etisalat von vorne bis hinten falsch sind:

However, a telecom network expert and software programmer has dismissed Etisalat’s claim that the software it released to its Blackberry users was designed to aid 2G to 3G handovers as “rubbish” and “completely bogus.” Rudolf Van Der Berg, an expert in the field of telecommunications and based in Holland with experience of implementing telecoms interception and surveillance systems said the statement from Etisalat was “completely bogus.”

Who watches the watchers?

Tolle Idee. Aus den Filmen der allgegenwärtigen Überwachungskameras in London wurde ein Musik-Video zusammengestellt. Ein kreativer Appell, die Überwachunshysterie herunterzudrehen. Oder eher ein Beweis, wie sehr sie doch schon zum Alltag gehört? Dass man mit big brother gut leben und sogar seinen Spaß haben kann?

Was sollten wir also fordern? Weniger Kameras? Oder eher sogar mehr: In jede Kamera-Zentrale sollte man ein paar Kameras installieren, die genau dokumentieren, was und wie denn so aufgezeichnet wird. Wann sich der Überwacher die Nase putzt, ob er ins Badezimmer der Wohnungen ringsum zoomt und ob jemand dreckige Witze macht.

Sonder-Newsletter! Stimmt nicht! Oder doch?

Der Stern berichtet über Schikanen gegen LIDL-Mitarbeitern und landet dabei sogar in der Tagesschau. Was macht die professionellen Kommunikateure des Handelskonzerns? Sie gehen in die Offensive und schicken einen Sonder-Newsletter an ihre Kunden los.

Wir pflegen einen fairen Umgang mit unseren Mitarbeitern

Neckarsulm, 26.03.2008. „Die im Stern skizzierten Vorwürfe und Feststellungen haben uns sehr betroffen gemacht. Insbesondere der damit vermittelte Eindruck, wir würden unsere Mitarbeiter „bespitzeln“, entspricht in gar keinem Fall unseren Führungsgrundsätzen und dem praktizierten fairen Umgang mit unseren Mitarbeitern“, sagt Jürgen Kisseberth, Geschäftsleitungsmitglied Mitarbeiter und Soziales der Lidl Dienstleistung GmbH & Co. KG.

Hmm – also eine Ente? Hat der Stern das Ganze erfunden?

Um durch Diebstahl verursachte Inventurverluste zu vermeiden, arbeitet auch Lidl – wie im gesamten Handel üblich – mit Kameraanlagen, um Diebstähle aufzuklären. Im Jahr 2007 gab es in 8 Prozent der deutschen Filialen aber besonders auffällige Inventurdifferenzen. Deshalb wurde in diesen Filialen zusätzlich für einen begrenzten Zeitraum mit Detekteien zusammengearbeitet.
Die Aufgabe der Detekteien war es, in den Filialen zusätzliche Erkenntnisse zur Aufklärung von Diebstählen zu gewinnen. Die in diesem Zusammenhang über diesen Aufgabenbereich hinaus festgehaltenen weiteren Informationen wurden zu keiner Zeit in irgendeiner Weise weiterverwertet.

Ah,, also das ganz normale Geschäft. Ich will ja auch nicht beklaut werden!

Die Hinweise und Beobachtungen, die vom Stern veröffentlicht wurden, entsprechen weder im Umgangston noch im Stil unserem Verständnis von einem fairen Umgang mit unseren Mitarbeitern. Deshalb hat Lidl die Zusammenarbeit mit einem der betroffenen Dienstleister schon vor längerer Zeit beendet. Wir haben uns zudem entschieden, unser Eigentum zukünftig ausschließlich mit sichtbar angebrachten Kamerasystemen und gemeinsam mit unseren Mitarbeitern zu schützen.

Hmm – also stimmt der Stern-Bericht also doch? Was ist eigentlich eine „längere Zeit“? Drei Tage oder drei Jahre? Kann man Unternehmenskommunikation eigentlich auch beim Discounter kaufen?