Eine Geschichte zur Filtersouveränität

Scott Krepel wurde ohne Gehör geboren. Doch im Alter von 12 Jahren eröffnete ihm die moderne Technik etwas Unglaubliches: Mit einem Cochleaimplantat konnte er plötzlich hören. Zumindest konnte er Geräusche wahrnehmen. Das Gefühl war überwältigend für den Jungen: endlich konnte er mit einer Welt Kontakt aufnehmen, die ihm bisher verschlossen war. Vom Zwitschern der Vögel bis zu dem banalen Geräusch einer Toilettenspülung.

Doch eins fehlte Scott: er konnte nicht filtern. Nicht zwischen den Worten seines Gegenübers und dem nervtötenden Rauschen der Klimaanlage unterscheiden. Ihm fehlte der Filter, der uns Hörenden ab frühester Kindheit antrainiert wurde. Folge: er konnte sich nicht konzentrieren — selbst seinen Sprachtherapeuten konnte er nach fünf Jahren immer noch nicht verstehen. Schließlich schaltete er das Implantat ab und vermisst das Hören seitdem nicht mehr. Auch wenn er durch einen Übersetzer mit anderen Menschen reden muss. Der übernimmt das Filtern für ihn.

Eine spannende Geschichte von „This American Life“:

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