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Google Knol: Eher alpha als beta

Mit dem üblichen Understatement startet Knol mit einem simplen Blog-Beitrag. Auf den ersten Blick ist der Google-Neuling etwas unvollständiger als andere Google-Projekte beim ersten öffentlichen Launch.

  • Das Editieren funktioniert schlicht nicht: Zwar konnte ich nach einer Stunde mit dem Import-Tool einen sehr simplen Text hochladen, beim Klick auf den Edit-Button passiert aber nichts weiter.
  • Eine Navigation existiert nicht. Die “Featured Knols” sind eine lange unübersichtliche Liste. Kategorien scheinen gar nicht vorgesehen. Toilettenreparatur steht neben Lungenkrebs. Oder auch nicht. Der vermeintlich lustige Kommentar auf der Homepage: “Who needs a search engine? Ctrl+F”
  • Die Suche nach dem Wörtchen “the” bringt grade mal 60 Ergebnisse.
  • Zwar darf und soll man Knols in vielen Sprachen einreichen, die Startseite ist aber plain english. Andere Sprachportale sind bisher nicht sichtbar. Die Namensverifikation ist nur für US-Bürger vorgesehen.

Kurzfazit: Da hat Google noch eine Menge Arbeit nachzuholen.

PS: Mittlerweile kann man editieren. Und Ben Yates hat die Fehler der Knol-Startseite sehr schön visualisiert.

Facebook Deutschland? Wo denn?

Die Kunde hat jetzt wohl jeder vernommen: Facebook hat den Deutschland-Start verpatzt. Doch Moment mal - gibt es Facebook Deutschland überhaupt? Machen wir mal den Praxis-Test und melden uns als deutscher User bei Facebook an.

Hier zum Beispiel soll man seine Schule, Universität und Firma eingeben. Wer die “Universität Köln” eingeben will, bekommt stur die Universität Klagenfurt vorgeschlagen. Deutsche Universitäten sind in dem Formular schlichtweg nicht vorhanden.

Lustiger wird es bei Schritt Nummer drei: die Eingabe des Wohnorts:

Hier steht wenigstens drunter, dass die Vervollständigung in Deutschland nicht klappen wird. Also klicken wir mal den Link und suchen uns aus einer wirklich langen Länder-Liste “Germany” heraus. Und was passiert dann?

Ja, dann passiert gar nichts mehr. Das Eingabefeld für die Stadt verschwindet - und ohne Stadt kein Netzwerk. Da hilft kein Klicken und kein Zagen, nur mit “Überspringen” kann man die Anmeldung vollenden.

Da wundern schlechte Klick-Zahlen nun wirklich wenig.

Zoomer bessert na

Eigentlich sollte die Überschrift lauten “Zoomer bessert nach”, aber das stimmt nur zur Hälfte.

Was ist passiert? Nach meiner ausführlichen Anleitung, wie man personalisierter Werbung auf Zoomer widersprechen kann, meldete sich Frank Syré, Chefredakteur von Zoomer.

Danke für den Hinweis, wir werden die “Ja”-Zeile noch deutlicher formulieren, damit klar wird, dass es mit dem “Nein” zusammenpasst, und die nachträgliche Aufhebung der Zustimmung bauen wir auch noch ein.

Nun sieht die Anmeldung so aus: Man muss immer noch auf einen separaten Link klicken, um die Widerspruchmöglichkeit angezeigt zu bekommen. Aber das Kreuzchen ist mit mehr Text und einer Fußnote versehen.

Zoomer na-gebessert

Leute die das Kleingedruckte sehr genau lesen, haben nun eine realistische Chance, die zwei Kreuzchen richtig zu setzen. Alles in allem aber nur eine graduelle Verbesserung - die Option ist nach wie vor versteckt und unnötig kompliziert. Nachträglich kann man der Werbung immer noch nicht widersprechen.

Mal sehen, wann aus “bessert na” ein “bessert nach” wird - ich bin gespannt.

Wie man personalisierter Werbung widerspricht - Beispiel: Zoomer

Der Verwendung von Profildaten von Werbezwecken kann man widersprechen. Die Anbieter möchten das aber nicht. Also machen sie es uns nicht so einfach.

Neustes Beispiel ist Zoomer, die neue Nachrichten-Seite aus dem Hause Holtzbrinck. Bei der Registrierung finden wir diesen Kasten, der über die Verwendung der Profildaten zu Werbezwecken hinweist.

Zoomer Datenhinweis

Einfach nur ein Ja - keine Alternative sichtbar. Also kann man doch nicht widersprechen, oder? Oh doch, man muss nur auf den Link ganz unten klicken, und schon sieht die Sache anders aus:

Aufgeklappt

Huch - da ist ja plötzlich noch eine Option. “Nein” ankreuzen - und fertig? Weit gefehlt. Wer mit dieser Kombination die Registrierung abschließen will, bekommt eine Fehlermeldung. Eingabe erforderlich!

Die Lösung ist ganz einfach: Zu dem “Nein”, muss man auch das “Ja” ankreuzen. Man stimmt ja dem Gesamtvertrag ohne die Verwertung zu Werbezwecken zu.

Heute morgen reichte aber auch das nicht, da sah es bei einer Ablehnung der Werbung schlichtweg so aus:

Zoomer 3

Ohne Zustimmung zu personalisierter Werbung konnte man sich gar nicht anmelden. Das haben die Zoomer-Mitarbeiter inzwischen aber gelöst.

Ach ja: Nachträglich kann man die Zustimmung nicht mehr aufheben. Man muss erst seinen Account deaktivieren und sich ganz neu anmelden. Profildaten, Username und geleistete Beiträge sind dann natürlich weg.

Ausführliche Fehlermeldung

Eins der frustrierendsten Erlebnisse beim Computern sind Fehlermeldungen. Sie lesen sich meist so verständlich wie “Unzulässiger Schreibzugriff auf Sektor AS213453DJKL546546DSKADJ.” oder sind so ausführlich wie “Error“. Was macht man? Man klickt auf “Okay” und züchtet neue Magengeschwüre.

Mein KDE-Desktop hat mir heute ein anderes Exemplar präsentiert. Ausführlich, mit klaren Handlungsanweisungen und auf Deutsch:

Fehlermeldung KDE

Was soll ich sagen? Danke, hat geklappt. (Mein Vater hätte gleichwohl nichts davon verstanden.)