Der mächtige Blogger

Da hat sich mal wieder ein Web 2.0-Startup großartig blamiert. In einem Wiki stellten sie ihre Viral-Marketing-Pläne öffentlich und ungeschützt ins Internet – was natürlich von der gesammelten Blogosphäre ausführlich goutiert wird. Chris von F!XMBR ist mitten im Geschehen und zieht daraus weitgehende Schlüsse über die Macht des Bloggers:

Ihr habt noch Glück gehabt, mit diesen teils gemäßigten Reaktionen. Teilweise dadurch geschuldet, dass ich die Screenshots gelöscht habe – doch dazu später mehr. Die ganze Story, mit all ihren Feinheiten, hätte durchaus das Potential gehabt, Yumondo noch vor Start zu begraben – wenn überhaupt, dann wäre nur noch ein Start unter neuem Namen möglich gewesen.

Ich finde das übertrieben. Sicher ist diese Nummer extrem peinlich für die Firma – aber bedeutet so etwas automatisch das Todesurteil, wenn denn ein Blogger seine Screenshots nicht löscht? Naiv wie ich bin, schrieb ich das in die Kommentare und erhielt bald merkwürdiges Feedback.

Besonders irritiert bin ich wegen der Antwort von Chris:

Herr wirf Hirn vom Himmel, am besten auf die Luftnummer Torsten hier. Wird zwar nicht viel nützen, aber man soll die Hoffnung nie aufgeben.
Was für eine Pfeife…

Für jemand, der oben lang und breit einen offenen Diskurs empfiehlt, ist das IMHO eine merkwürdige Reaktion.

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9 Comments.

  1. Halten wir fest: Ich habe Dich nicht dumm von der Seite angemacht – ich war in einem Punkt anderer Meinung und habe das geschrieben.

    Wenn Du Leute grundlos beleidigst und keinen weiteren Gedanken daran verschwendest, dann ist das ein persönliches Problem. Wenn man nur nach persönlicher Identifikation seine Meinung sagen darf, dann schreib das dran.

  2. Du hast vergessen zu erwähnen, dass Du eine Vergangenheit auf F!XMBR hast. Weißt, ich bin der erste, der ruft, geht anonym online – aber wenn mich das zweite Mal jemand so dumm von der Seite anmacht, aus der Anonymität heraus – dann wirt abgewatscht und kein Gedanke weiter daran verschwendet. Warum auch. Vergebene Lebensmüh. Jahrelange Erfahrung halt – wird durch Dich wieder bestätigt. Erst – nicht das erste Mal – anonym schießen, dann nen feinen Blogeintrag verfassen. Ach geh weg…

  3. Vergebene Lebensmüh.

    q.e.d.

    [Beleidigung gelöscht, mach das in Deinem eigenen Blog – Torsten]

  4. Typischer 17jähriger…

  5. Robert: Ich glaube, Chris ist erheblich älter.

  6. nun, testosteron-chris hat ein doppeltes problem. er hat eine wut aufs web2.0 schweinesystem. und er aergert sich auf deutsch. das internet ist aber nicht nur deutsch. chris hat sich es zur aufgabe gemacht selbsternannter aufdecker von uebelsten medienwirtschaftsmachenschaften zu werden. raecher der enterbten, zukurzgekommenen und staendig verarschten endbenutzer. eins ist sicher: studiVZ radaumarketing hat er sehr geholfen. jeder skandal treibt ein paar tausend neue user rein. aufmerksamkeit is a bitch. es aergert immer nur den deutschen wurstzipfel zu bekommen, von dieser riesen-netzwurst. damals allein am Amiga hatte man so viel mehr erwartet, jetzt ist ein wirtschaftszweig draus geworden. diese welt des chris ist so klein, und das internet ist so gross. da kann man schon zum rumpelstilzken werden, wenn sich da einer frech YUMONDO nennt. eine transparente firma, welcher skandal! es wird zwar nur mit wasser gekocht, doch der pyjamablogger weiss nichts von der fremden welt. das netz des chris ist ein dunkler deutscher wald voller monstroeser feinde. dennoch hat die penible weiterveroeffentlichung von namenslisten nix mit datenschutz und privacy zu tun. schade dass sich konservative thinktanks keine wiki-pr leisten… jedem der deutschen spindoktoren waere demokratietechnisch ein kleiner chris zuzuteilen.

  7. Otto: Ich habe die Yumondo-Story nicht besonders aufmerksam verfolgt, aber so transparent wie sie waren, wollten sie wohl kaum sein…

  8. jeder hat eine Vergangenheit, auch der Chris. Siehe hier: http://www.franztoo.de/?p=570

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