Die Legende vom Schwundgeld

Diesen interessanten Beitrag zu Regionalgeldern habe ich eben auf den Seiten des Deutschlandfunks entdeckt. Hier werden schön Vor- und Nachteile des Regionalgelds aufgezählt. Die Vorteile: Es ist eine interessante Werbeform für Unternehmen, die ihre Waren regional anbieten. Und die beteiligten Vereine haben Vorteile, weil sie Spenden kassieren. Doch die vermeintlich freiwirtschaftliche Komponente verpufft wegen des geringen Regionalgeldumlaufs und der Existenz des normalen Geldes wirkungslos. Solange nur Kleinbeträge bezahlt werden und niemand Kredite in der Regionalwährung anbietet, kann man lange über vermeintliche Zinswirkungen fantasieren.

Dreht mehr Hobbit-Filme

Was braucht Deutschland zum Aufschwung? Ganz einfach: mehr Filme. Genauer: einen eigenen Tolkien-Film. Mittelerde in Mitteleuropa.

Wie ich auf die Idee komme? Nun, die FAZ beschreibt den wunderbaren Aufstieg der IT-Branche in Neuseeland:

Auslöser des Aufschwungs der Branche war der Kinofilm „Der Herr der Ringe“, der in Neuseeland gedreht wurde. Die aufwendige Produktion des Films hat vor allem der Medientechnik einen Schub gegeben. Hauptprofiteur dieser Entwicklung ist die Hauptstadt Wellington, die am Südzipfel der wirtschaftlich dominierenden Nordinsel liegt.

Ob das auch klappt, wenn Heino Ferch den Hobbit spielt?

On further notice: Avastar

Die Second-Life-Boulevardzeitung The Avastar ist immer noch kostenlos. Und hat Zuwachs bekommen: seit einigen Wochen gibt es auch eine deutsche Ausgabe. Kein eigenständiges Produkt, sondern eine Übersetzung.

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Ich glaube nicht, dass man den Avastar derzeit wirtschaftlich betreiben kann – zu viel kostenlose Konkurrenz, zu wenig Werbekunden. Wie schon angedeutet, muss dies allerdings auch nicht sein: Second Life ist ein interessantes Experiment und es bietet Chancen, neue Märkte kennenzulernen. Wie man sich in virtuellen Welten verhält und welche Fehler man machen kann.

So hat es Bild-T-Online-Vorstand auch vor einigen Wochen der Kollegin Silke Linneweber im Rheinischen Merkur bestätigt:: „Der ,Avastar‘ ist ideal, um hier Erfahrungen zu sammeln.“ Und im VISPD ist auch der Zeitrahmen des Projekts beschrieben: „Wir haben den Zeitraum für das Experiment bis Mitte 2007 festgelegt und werden am Ende dieser Zeit entscheiden, in welcher Form das Projekt weitergeführt wird.“

Vor ein paar Wochen hatte ich irgendwo ein Interview gelesen, wonach Springer bald doch Geld für den Avastar sehen will. Ich bin gespannt.

PS: In der Berliner Zeitung steht: „Demnächst werde das kostenpflichtige Abonnement getestet. Nach einem halben Jahr wolle der Verlag mal schauen, wie es so läuft.“

Notizen: Es gibt Hartz-IV-Gewinner

Einige Notizen zur Unterschichten-Debatte:

Die taz bringt heute zum Thema Unterschicht sechs Fragen und Antworten

Macht Hartz IV arm?

Jein. Nach einer Studie des Nürnberger IAB-Instituts haben 53 Prozent der bedürftigen Haushalte durch die Reform Geld verloren, 47 Prozent haben etwas dazugewonnen.

Interessant ist der Begriff „Prekariat“. Was ist das eigentlich?

Die Wikipedia-Community hat sich natürlich direkt an die Arbeit gemacht und schreibt:

Prekariat ist ein Neologismus der Soziologie, geformt aus Teilen des Wortes Prekarität (Adj.= pre|kär [lat.-frz.] peinlich, schwierig) und Proletariat und definiert „ungeschützte Arbeiter“ als eine neue soziale Klasse.

Es gibt auch einen älteren Artikel über die Prekarisierung, seine Neutralität ist aber wie bei vielen Wikipedia-Artikeln zu sozialen Themen umstritten. Ein weiteres Stichwort ist die Neue Unterschicht. Ich erwarte in diesen und weiteren Artikeln in nächster Zeit erbitterte Diskussionen, Editwars und wüste Beschimpfungen. Immerhin kann man schon einige Fakten und Links herausziehen, die in der allgemeinen Berichterstattung untergehen. So zum Beispiel ein WDR-Interview mit dem Leiter der Studie, die so große Diskussionen ausgelöst hat – aber erst Mitte Dezember veröffentlicht werden soll.