Qualitätsfragen

Eine Umfrage unter mehr als 2.400 Fach- und Führungskräften der PR-Branche hat – kurz gesagt – ergeben: die deutschen Medien werden immer lausiger.

Hochverehrte PR-Arbeiter, Partner im Frieden – wer könnte Eurer Analyse widersprechen? Aber ich hätte da eine Frage: wenn Medien Eure Arbeiten übernehmen – wie hier – werden Sie dann besser oder schlechter?

Natürlich verlange ich nicht, dass Pressestellen und PR-Agenturen journalistisch ausgewogene Artikel schreiben. Aber auch eine PR-Fachkraft kann sich die Frage stellen: „Würde ich eine Publikation lesen wollen, die meine Pressemeldungen übernimmt?“ Wenn er oder sie diese Frage öfters ehrlich mit „ja“ beantworten kann, freue ich mich auf eine konstruktive Zusammenarbeit.

OmU – Qualität, Kultur und Bildung zum Nulltarif

Während anderen zur Qualitätsdebatte des Fernsehens nur das kleinliche Aufrechnen der Vergangenheit einfällt, finde ich, dass es an der Zeit ist, einen Blick nach vorne zu werfen. Wie können wir denn das Fernsehen besser machen?

Deutsche haben ein seltenes Privileg: sie bekommen fast nur Programme aus aller Welt (also: zu 98 Prozent den USA) in ihrer eigenen Sprache zu sehen. Filme, Serien und Reportagen werden nicht etwa untertitelt oder amateurhaft übersprochen, sondern professionell synchronisiert.

Doch Privilegien haben auch Nachteile: Viele Synchronisationen sind scheusslich. Mal liegt es daran, dass viele Wortspiele und kulturspezifische Witze nicht übertragbar sind. (So wurde bei der deutschen Fassung „Married with children“ der Name fast jedes US-Prominenten mit Klaus-Jürgen Wussow übersetzt.) Mal liegt es aber einfach nur daran, dass die mit der Synchronisation beauftragten Firmen nur sehr beschränkte Kenntnisse der Sprache haben, die sie zu übersetzen vorgeben. (Futurama-Fans können ein Lied davon singen)

Daher meine einfache Forderung, die die Qualität des Fernsehens erhöhen und gleichzeitig die Sprachkenntnisse der Zuschauer verbessern kann – zum Nulltarif. Sendet in Zukunft jede US-Serie, jede BBC-Reportage, jede japanische Manga-Serie im Zweikanalton. Julie Kavner statt nur Anke Engelke.

Investieren müssen die Sender relativ wenig – die Technik ist ja schon da. Fast jeder Fernseher kann Zweikanal-Ton – über DVB-T könnten sie sogar die Original-Dialoge sogar per Untertitel zuschalten.