Im Googleversum
Neben dem Heise-Artikel über Chrome sind einige Google-Anzeigen.

Ihr sehr recht:: eine Werbung für die FAZ-Berichterstattung zu Google Chrome.
Auch nett: MSN wirbt per Google auf Linux-Club.de mit einem Flash-Banner.
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Ich sichte grade, was denn so in der Presse über YouPorn geschrieben wurde. In dem FAZ-Archiv ist tatsächlich nur eine Erwähnung der Seite zu finden. In einem Artikel über die Begnadigung von Christian Klar schreibt Maxim Biller:
Seitdem diskutierte das Land Klars Gnadengesuch. Manche meinten, Klar hätte sich früher überlegen sollen, was wichtiger sei: regelmäßiger Sex oder die Stadtguerilla. Andere sagten, Klar habe als politischer Gefangener das Recht, einmal in der Woche mit anderen Häftlingen zu duschen. Und dann gab es die Romantischen Zellen Karlsruhe, die auf “Youporn” mit einem Gangbang für die Begnadigung Klars demonstrierten.
Netzökonom Holger Schmitz berichtet bei der FAZ berichtet über die Konsequenzen des AGB-Desasters bei StudiVZ:
Das Studentennetzwerk StudiVZ hat der Kanzlei, welche die umstrittene Neufassung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Studentengemeinschaft formuliert hat, das Mandat entzogen. „Die juristischen Texte waren in entscheidenden Details nicht sauber formuliert. Deshalb haben wir uns von der Kanzlei getrennt”, sagte der StudiVZ-Geschäftsführer Marcus Riecke, ohne jedoch den Namen der Kanzlei zu verraten
Schmitz nennt auch einige Zahlen:
Als der Protest am Freitag vor einer Woche laut wurde, haben sich 10000 Nutzer abgemeldet. Die Zahl der Abmeldungen sei aber inzwischen auf das Normalmaß gesunken und StudiVZ wachse inzwischen wieder stark, sagte Riecke.
10000 Abmeldungen sind gerade Mal ein Viertel Prozent. 2,5 Promille sind zwar viel am Steuer, in allen anderen Kotexten würde man das als “kaum spürbar” bezeichnen. Wirklich interessant wird wohl sein, wieviele Accounts sich nicht aus Protest zurückziehen, sondern schlichtweg ausgeschlossen werden, weil sie StudiVZ schon lange nicht mehr aktiv nutzen. Und selbst wenn diese Leute rausfallen, dürfte die Datenqualität für Werbetreibende nicht allzu verführerisch sein. Fake- und Jux-Accounts sind zwar verboten, aber wohl sehr gebräuchlich.
Knapp eine Million der rund vier Millionen Mitglieder des Netzwerkes haben die neuen Geschäftsbedingungen inzwischen akzpetiert. „Weniger als 1 Prozent haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die zielgerichtete Werbung auszuschließen”, sagte Riecke.
Warum sagt Herr Riecke das? Das ist ein eindeutiges Argument für Datenschützer, die das Vorgehen von StudiVZ kritisieren. Wie hier zu lesen ist hat StudiVZ diese Privatsphären-Einstellungen so versteckt, dass sie von niemandem zufällig gefunden werden.
Die FAZ porträtiert Bundesinnenminister im Licht der Terroranschläge als missverstandenen, aber unverdrossen wackeren Helden.
Zu alledem konnten und wollten die Dienste und der Innenminister wochenlang nichts Konkretes sagen. Schäuble, unterdessen in einem Sturm von Kritik und Verwünschungen stehend, musste darauf hoffen, dass die Zeit ihm recht gebe, und beten, dass er nicht auf blutige Weise recht bekäme. Als der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA) am Dienstagnachmittag dieser Zeitung ein Interview übermittelte, sagte er darin wörtlich: „Derzeit haben wir keine konkreten Anhaltspunkte für eine Anschlagsplanung.“ Das war wohl eine falsche Auskunft, denn zur selben Zeit lagen etwa fünfhundert Polizisten rund um das Terroristenversteck im Sauerland auf der Lauer.
Um nicht misszuverstanden zu werden: dass die Polizei ein paar verhinderte Mörder gefasst hat, ist ein großer Erfolg - aber muss man aber so dick auftragen? Denn faktisch stimmt die Lobrede der FAZ hinten und vorne nicht. Es waren eben nicht “zwölf Fässer voller Sprengstoff”. Selbst wenn die Fässer nicht vorher ausgetauscht worden wären, hätte die Polizei gestern lediglich eine brandgefährliche und legal zu erwerbende Substanz gefunden. Auch die Zahl von “fünfhundert Polizisten rund um das Terroristenversteck” erscheint mir unwahrscheinlich - ansonsten wäre es mehr als peinlich, dass ein Verdächtiger aus dem Haus fliehen und einem BKA-Beamten die Waffe entwinden und diesen anschießen konnte. Zudem wurden ja auch andere Gebäude durchsucht. Dass der FAZ-Autor Sicherheitsbehörden Minister und Strafverfolger für das Vermelden und das Verschweigen von Anschlagsplänen gleichermaßen lobt, erscheint zumindest inkonsequent.
Insofern ist auch die Exklusiv-Information der FAZ - dass nämlich ausgerechnet die umstrittenen Onlinedurchsuchungen zu dem Ermittlungserfolg geführt hätten - auch sehr mit Vorsicht zu genießen. Der gleiche Autor beschreibt nämlich in einem ausführlicheren Artikel jede Menge Ermittlungsarbeit - von der angeblich entscheidenden Onlinedurchsuchung ist da jedoch keine Rede mehr.
PS: In einem Interview mit der Süddeutschen dementiert FDP-Innenexperte Max Stadler dieses Gerücht:
Mit dem Fall bin ich ja nicht ganz unvertraut. Ich kann Ihnen sagen: Nach meinem Wissenstand haben heimliche Online-Durchsuchungen von Festplatten keine Rolle gespielt. Hier hat ganz normale Polizeiarbeit zu diesem Fahndungserfolg geführt, also Telefonüberwachung, Überwachung des E-Mail-Verkehrs, Observationen und ähnliches. Das hat mit Online-Überwachung nichts zu tun.
Thomas Thiel schreibt in der FAZ über die Entwurzelung des Wissens in der Wikipedia.
Die hier betriebene Demokratisierung der Wahrheitsfindung ist dem wissenschaftlichen Verstand, der dem esoterischen Expertengedanken verpflichtet ist, verdächtig: Die Erde wäre wohl heute noch eine Scheibe, wenn man das Urteil über ihre Oberflächenform einer Demokratie überlassen hätte.
Toller Satz. Genau, möchte man rufen - und dann setzt man hinzu: Ganz wie im Mittelalter!!
Aber bei den klugen FAZleserköpfen sollte gleich nach dem zweiten Ausrufezeichen der Denkimpuls einsetzen.
Nach diesem Gedankengang kann man die FAZ ruhig zur Seite legen. Denn dass Enzyklopädien grundsätzlich nicht wissenschaftlich zitiert werden, sollte den akademisch gebildeten Lesern längst bekannt sein.
Selbst die gute Tante FAZ macht Tippfehler. Aber nicht deshalb erscheint mir dieser Satz bemerkenswert:
Das Tragische ist, dass Sat.1 und Pro Sieben in all den Jahren - begünstigt sogar durch die unsicheren Eigentumsverhältnisse - das ansehnlichste und vielfältigste deutsche Privatsenderprogramm produziert haben.
Wenn das Programm so ansehlich war, warum habe ich dann vergessen auf welchem Kanal der Sender bei mir abgespeichert ist? Das ist kein Witz - ich weiß es nicht mehr, da ich den Sender seit Ewigkeiten nicht mehr bewusst eingeschaltet habe. Vielleicht liegt es daran, dass die von der FAZ beschworene Vielfalt in den letzten Jahren aus mindestens acht Stunden Billig-Talkshow und Boulevard täglich bestand? Ich wüsste spontan nicht mal eine interessante US-Serie die dort lief.
Die Wissenschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hat ein Blog aufgemacht: Planckton. Dort eifert man kurz nach dem Start dem Vorbild einiger US-Medien nach: die Redaktion stellt einen Artikel vorzeitig online und gleichzeitig zur Diskussion. Doch es scheint niemanden zu interessieren. Bisher.
Woran liegt’s? Vielleicht hätte die Redaktion besser die Plattform FAZ.Net gewählt. Dort gibt es nämlich schon eine Userbasis und der Leser muss sich nicht bei einer schmucklosen Wordpress-Installation separat anmelden, um sich zu äußern. Eventuell wären die Leserautoren auch etwas motivierter, wenn sie nicht nur “mit Glück” in die Print-Ausgabe gelangen, sondern wenn man sich tatsächlich für deren Meinungen und Eindrücke interessiert. Vielleicht hätte man auch besser eine nicht ganz so winzige Schrift gewählt, die die spannendste Reportage in eine Bleiwüste verwandelt. Trommeln gehört natürlich auch zum Handwerk. Aber wahrscheinlich wird das ja in der nächsten Ausgabe der FAS nachgeholt - der vorgestellte Text soll nämlich erst in der übernächsten Ausgabe erscheinen.
PS: Nachdem der Registrierungszwang abgeschafft wurde, sprudeln die Kommentare inzwischen. Die Unterstützung durch FAZ.Net hat wohl auch beigetragen.
Die FAZ hat mit den Geld-oder-Leben-Revolutionären gesprochen:
Elena erzählt, dass sie früher mal bei den Grünen war. Lange hat sie es dort nicht ausgehalten: „Die haben eigentlich immer nur über sich selbst debattiert.“ Johannes und Holger wollen sich parteipolitisch ohnehin nicht binden, denn das seien auch nur „Institutionen des bestehenden Systems“. Ihr eigener Zusammenschluss „Geld oder Leben“ sei schon aus diesem Grund keine feste Organisation, sondern eher ein Debattierklub ähnlich gesinnter Jugendlicher aus ganz Deutschland. Gewalt lehnen sie alle kategorisch ab. Aber wie ein Staat wie die Bundesrepublik überhaupt aufgebaut sein sollte, um der Sehnsucht dieser vier durchaus intelligenten jungen Leute nach mehr Nestwärme und Menschlichkeit zu entsprechen, bleibt letztlich ein großes Rätsel.
[...]
Holger ist 22 Jahre alt und studiert in Berlin Sozialwissenschaften. Wenn er nicht gerade den Reichstag stürmt oder über Politik diskutiert, spielt er gerne Gitarre. Mit seinen schulterlangen Haaren und den feinen Gesichtszügen wäre er in jeder Band der Schwarm aller Mädchen. Heute trägt er Ringelpulli und an den Füßen Socken in unterschiedlichen Farben. Er sagt: „Es ist doch schräg, dass sich an den Schulen heute alles nur um die richtigen Jeans oder um Markenturnschuhe dreht.“ Sein Mitbewohner Johannes ist auch 22 und studiert Physik - wie Claas (22) und Elena (21). Er hat dunkle, wache Augen, ein paar Bartstoppeln stehen ihm im Gesicht, und wenn er redet, findet er immer gleich die richtigen Worte.
Mal ehrlich: welche Parfümmarke soll nun beworben werden? Oder ist es die INSM?
Ich sehe die Storyline schon vor mir: Elena lernt diesen knuffigen Lateinamerikaner kennen, der ihr die Augen öffnet, wie linke Politik die Dritte Welt ruiniert. Und Johannes, Holger und Claas wollen die Politikszene erkunden, fühlen sich aber von Attac und Linkspartei abgestoßen und enttäuscht. Als ihr Freund Eduardo dann von finsteren Nazis verfolgt wird, tritt plötzlich Björn auf den Plan, der die Nazis vertreibt und rein zufällig für eine dieser tollen Gruppen arbeitet, wo noch echte Kreativität gefragt ist. Für die gute Sache. Bei den Jungen Liberalen.
Natürlich ist das billige Polemik: aber wer erst das Maul ganz groß aufreißt und dann schließlich nur Pseudo-Lyrik und Pseudo-Standpunkte absondert, wird nichts bewegen und will wahrscheinlich nicht mal etwas bewegen.
Johannes: „Mit dieser Aktion haben wir ja politische Verantwortung übernommen!“ Das soll es schon gewesen sein? Holger: „Es war zumindest ein Zeichen, jetzt wollen wir den Diskurs fortsetzen und eine Bewegung schaffen.“ Was für eine Bewegung? Elena: „Das ist im Moment noch nicht ganz klar.“
Flash-Mob statt Politik.
Die FAZ widmet sich dem neuen United-Internet-Projekt unddu.de.
„Unddu.de“ wird als unabhängige Marke geführt, ohne Bezug zu United Internet. Allerdings können die Menschen, die bereits Kunde bei einem Unternehmen des Konzerns sind, ihre Zugangsdaten auch für das neue Netzwerk nutzen.
Die Frankfurter Allgemeine war schon seit Jahren ein Hort für Donaldisten, jetzt scheinen auch Trekkies am Steuer zu sein. Anders kann ich mir diese Textstelle im (lesenswerten) Artikel über das Verhältnis von Bild zu Bohlen zur Realität nicht erklären:
Bohlen ist nicht einfach eine Fälschung, eine öffentliche Figur, hinter der sich irgendwo ein echter Dieter verbirgt. Bohlen ist wie der Holo-Doc aus „Star Trek Voyager“: eine Projektion, die in der echten Welt nicht existieren kann.
Kleine Schönheitsfehler: Kein echter Trekkie würde das Medizinische holographische Notfallprogramm als “Holo-Doc” titulieren. Und dank seines mobilen Emitters macht der Doc ja recht ausgiebige Ausflüge in der Realität - was das in diesem Kontext auch immer bedeutet.