Archive for the 'gemacht' Category

Problemlösung

Manche Probleme lösen sich von selbst: Dieses nicht.

Immerhin kann ich berichten, was man macht, wenn MovableType nicht mehr auf dem Webspace läuft und kein aktueller XML-Export, dafür aber ein ganz aktuelles Datenbank-Backup zur Verfügung steht.

  1. Auf dem eigenen Arbeitsrechner einen Webserver samt MySQL, Perl und PHP installieren
  2. Die MovableType-Datenbank importieren (Kompabilitätsmodus!) und sich wundern, dass die Datenbank “test” heißt.
  3. Das MovableType-Verzeichnis vom Webserver auf den lokalen Server kopieren
  4. Die Konfigurationsdatei auf die lokale Datei anpassen
  5. Sich wundern, warum MovableType nicht läuft
  6. Mehrere Skripte anpassen, weil der lokale Server sein Perl in einem anderen Verzeichnis bereithält.
  7. Sich auf der lokalen MovableType-Installation einloggen und die Einträge exportieren.
  8. Neue Blogengine installieren und ein halbes Dutzend Plugins installieren, um den Übergang etwas einfacher zu machen

Probleme nebenan

In meinem anderen Blog geht es grad nicht weiter - technische Probleme. Nach einem Server-Update durch meinen Provider beharrt Movable Type auf der Fehlermeldung “Got an error: Fehler beim Öffnen der Datei ‘/mt-config.cgi’: No such file or directory” - Die Datei ist aber nach wie vor vorhanden und lesbar - und wenn ich sie lösche, spuckt Movable Type eine andere Fehlermeldung aus.

Das Problem konnte ich nicht lokalisieren, die mt-check.cgi sieht keinen Fehler. Auch nach einer probeweisen Neuinstallation beharrt MT auf dem Fehler. Nundenn, muss ich sehen, dass ich die Einträge irgendwie umziehen kann.

Damit es nicht zu langweilig wird:

Web 2.0 ist… wenn Frauen auf Männer mit hohem Pagerank stehen.

Multisync und O2

Im Prinzip hat O2 was furchtbar praktisches im Angebot: ein Communication Center, mit dem man seine Kontakte vom Handy auch online abgleichen kann. Das klappt ganz gut als Datensicherung, man kann Kontakte auch online bearbeiten, aber das ist etwas lahm. Viel praktischer wäre es, wenn ich meinen Desktop-Kalender und -Adressbuch über Syncml mit dem Communication Center abgleichen könnte. Im Prinzip geht das: O2 selbst bietet ein Outlook-Plugin zum Herunterladen an. Ich fragte beim Kundensupport an, ob das denn auch mit anderen Programmen klappt.

Generell ist es auch mit anderen Clients als Outlook möglich, eine
Synchronisation mit dem Communication Center vorzunehmen.

Aufgrund der Vielzahl der in Frage kommenden Programme, bitten wir um
Ihr Verständnis, dass wir nicht konkret mitteilen können, welche Clients
kompatibel sind und welche nicht.

Als Benutzernamen und Kennwort verwenden Sie bitte Ihre Login-Daten auf
www.o2online.de.

Danke, ich will aber keine Klick-für-Klick-Anleitung, sondern die technischen Daten. Per Google habe ich zumindest ein paar gefunden. Die Adresse des Syncml-Server ist http://syncml.o2online.de die Kontaktdatenbank heißt offenbar kontakte oder ./ kontakte.

Syncml

Problem: ich kann zwar zum Syncml-Server mit Multisync einen Kontakt herstellen, abgleichen lassen sich die Kalender aber nicht. Auch andere sind daran gescheitert, das richtige Format für User-Format und Passwort zu finden.

Schön, dass es Standards gibt. Das macht das Leben so viel einfacher.

“Die gewählte Rufnummer ist uns nicht bekannt.”

Ich habe meinen Mobilfunkanbieter gewechselt. Eigentlich schon im Dezember. Ich bin in ein blau dekoriertes Geschäft in der größten Einkaufsstraße Kölns gegangen und wollte einen Vertrag abschließen. Ein junger gestresster Mensch füllte den Vertrag für mich aus, musste drei Mal im Back-Office um Rat fragen, um mir die Konditionen zuzusagen: keine Anschlussgebühr, keine Grundgebühr - und einen mitgebrachten Gutschein wollte er auch problemlos akzeoptieren. Wenn ich die Rufnummer behalten wollte, müsste ich das mit meinem alten Mobilfunkprovider klären.

So weit, so gut. Mein alter Mobilfunkanbieter teilte mir mit, wann meine Nummer zur Umstellung frei stehen würde, doch mein neuer Vertragspartner schweigt. Also nochmal auf ins blaue Mobilfunkgeschäft. Dort stellte man fest, dass ich überhaupt keinen Vertrag hatte. Ich hatte zwar ein unterschriebenes Vertragsformular, die Unterschrift kannte aber niemand, die Vorgangsnummer war nicht im Computer registriert und mein Name war nur im Computer weil ich mal 1999 nach Tarifen gefragt hatte.

Also den Vertrag neu aufgesetzt. Das mit Null Anschlussgebühr stimmte nicht, ich müsste schon 25 Euro zahlen. Und der Gutschein sei auch nicht mehr gültig. Warum ich von dem Verkäufer denn dann das zugesagt bekommen habe? “Das war wahrscheinlich ein Promoter, der unbedingt einen Vertrag abschließen wollte.” Warum der Vertrag dann doch nicht im Computer gelandet sei? Ach, an irgendeinem Tag im Dezember sei der Computer abgestürzt uind alle Vertragsdaten von dem Tag seien gelöscht worden. Die Vertragsformularen seien wohl nach Nürnberg verschickt worden und dort wegen der falschen Versprechen abgelehnt worden. Warum man mich nicht davon informiert habe? Keine Ahnung. Immerhin: für meinen Ärger bekame ich zwei Einkaufsgutscheine über insgesamt 50 Euro für ein großes Kaufhaus in Köln.

Dann hatte ich noch ein Anliegen: Ob die Rufnummernportierung trotzdem klappt? Der Umstellungstermin sollte schließlich schon am nächsten Tag sein. Sicher, kein Problem - “Sie können noch heute mit dem Telefon telefonieren”. Nach der Vertragsunterzeichnung die Einschränkung: “Das Telefon kann drei Tage nicht erreichbar sein.” Seitdem bekommen Anrufer auf meiner Mobilnummer die Ansage: “Die gewählte Rufnummer ist uns nicht bekannt.” Drei Werktage nach dieser Versicherung rufe ich mal bei der Servicehotline an. Ich schildere das Problem und halte die ermutigende Antwort: “Was die im Shop erzählen, ist manchmal echt schlimm.” Die Umstellung könne bis zu zehn Tagen dauern - ich habe aber Glück: bei mir dauere es bloß eine Woche.

Kimble, der Namenlose

Vor ein paar Wochen erwähnte ich das Verschwinden mehrerer Kimble-Seiten. Seitdem bekam ich mehrere freundliche Mails, die mich über die neuen Beschäftigungsfelder von Kim Schmitz unterrichteten - danke dafür. Kurz zusammengefasst. Schmitz möchte wohl nicht mehr als das Großmaul Kimble auftreten, seine Methoden scheint er jedoch nicht wirklich geändert zu haben.

So taucht seit einigen Wochen im Weblog Techcrunch eine Anzeige auf, in der Web Developer & Web Designer gesucht werden. Neben 50000 Dollar Einstiegsbonus werden “007 benefits” versprochen: Die Anzeige führt zu der Seite mit dem klangvollen Namen http://207.218.248.46/. Ja, richtig: kein Domainname - einfach nur eine IP-Adresse. Die Stellenausschreibung trägt auch keinen Namen: Man gibt sich lieber geheimnisvoll:

We will reveal our identity to candidates whose resumes meet our expectations

Wen würde man hinter einer solchen Anzeige erwarten? Den MI6? Klar: Denn zu den 007 benefits gehört auch ein entsprechender Arbeitgeber.

Es war natürlich naiv zu glauben, dass dieser IP-Trick allein genügen würde um die Identität des Arbeitgebers zu verschleiern. Richtig peinlich war es jedoch, dass es allzu einfach war, die Identität des employers 2.0 zu ermitteln. Denn die Anzeige erschien nicht etwa auf einem namenlosen Server, sondern war auch über einen Domainnamen abzurufen: http://www.ultimaterally.com.

Lesern des Kimble-Reports wird diese Adresse bekannt vorkommen. Die Kurzfassung: Kim Schmitz hatte unter dem Namen “Ultimate Rally” eine Protz-Rally der Superlative angekündigt, reichlich Vorschüsse kassiert, das Event unter fadenscheinigen Gründen erst verschoben und dann angeblich an einen US-Investor verkauft. Die Vorschüsse wurden angeblich zurückgezahlt - allerdings unverzinst. Der US-Investor ist seitdem nicht aufgetaucht und die Domain immer noch auf Kim Schmitz registriert. Und nun erscheint ausgerechnet hier die mysteriöse Stellenanzeige.

Ein neugieriger Blogger fand unter der IP übrigens auch Hinweise auf Kimbles nicht zugelassener Super-Duper-Investitionsfirma Trendax. Und wenn man dann den Quelltext analysiert, kommt man auf ein Angebot namens Megaupload, das unerklärlicherweise ganz oben in den Alexa-Traffic-Charts auftaucht, obwohl der Service dort fast nur vernichtende Kritiken erntet. Ob es daran liegt, dass die Mega-Upload Toolbar automatisch auch die Alexa Toolbar installiert, die als Grundlage für die Trafficstatistiken dient? Oder hat es doch eher etwas mit der anderen Identität des Service unter dem Namen “Sexuploader” zu tun?

Nazi-Suche in Web zwo null

Wollt ihr Mal nach Nazis suchen? So richtig nach Web-zwo-null-Art? Ihr müsst nicht erst zum Verfassungsschutz gehen, das geht ganz einfach mit ein paar Mausklicks.

Denn man höre und staune: auch Nazis hören Musik. Und zwar ziemlich spezielle Musik, die - vermutlich auch wegen des eklatanten Mangels an musikalischer Qualität - fast ausschließlich von Nazis gehört wird. Und es gibt Dienste, die erfassen die Musik von Computerbenutzern.

Wie läuft also die Web-2.0-Nazi-Recherche?

1. Man braucht einen geeigneten Ausgangspunkt. Zum Beispiel den Wikipedia-Artikel zu den Musik-CDs, die die NPD auf Schulhöfen verteilte. Darauf findet man so lebensbejahende Titel wie “Deutsche Mütter” oder “Die Vertriebenenenballade”.

2. Die Bandnamen aus dem Wikipedia-Artikel überträgt man in zweites Web 2.0-Projekt: Last.fm erfasst die Musik, die auf den Rechnern seiner Nutzer läuft. Dank vieler kollaborativer Elemente kann man hier musikalische (oder andere) Freudschaften pflegen und Gruppen gründen.

3. Rumklicken.

landser-related

Nach ein paar Minuten hat man ganz besondere Schmuckstücke. Ein finnischer Nutzer, der sich “h8l8caust” nennt. Die Hörerliste der verbotenen Nazi-Band Landser. Und eine Gruppe namens RAC, die sich ein Banner mit der Aufschrift “Nationale Sozialisten - last.fm” gebastelt hat und zu der 171 Mitglieder gehören.

Eigentlich Wahnsinn

Auf die 3,5-Zoll-DD-Disketten meines Amiga 500 passten 880 Kilobyte. Hitachi bringt jetzt eine Festplatte mit einem Terabyte Kapazität heraus. Eigentlich Wahnsinn.

Ich bin kubistisch

In einer der Rückschauen auf das Kölner Barcamp bin ich auf folgendes Bild von mir gestoßen

 

kubismus

 

Woran erinnert mich das nur? An eine unsaubere Verarbeitung eines Panorama-Programms? Viel zu simpel. Die Wahrheit ist: Ich bin ein Kubist.

 

JuanGris

Wie Picasso.

Vergessen und abgemeldet: Orkut

Erinnert sich vielleicht noch jemand an die soziale Börse “Orkut”? Von Google? Damals, als wir das Wort “Web 2.0″ noch nicht kannten, gab es doch so eine Begeisterungswelle, dem Datenkraken Google noch ein paar Informationsbrocken mehr in den Rachen zu schmeißen.

Heute wurde ich daran erinnert. Es wurde nämlich ein Spam-Kommentar in meinem Gästebuch hinterlassen. Und da abmelden ja gerade im Trend ist, habe ich die Gelegenheit beim Schopfe ergriffen und einen Schlussstrich gezogen.

Ich hatte mich jahrelang nicht mehr bei Orkut eingeloggt - und wie ein flüchtiger Blick offenbarte, ging es nicht nur mir so: In in meinem kleinen Orkut-Freundeskreis fand ich verwaiste Homepages, längst geänderte Adressen, leider auch einen Todesfall.

byebye-orkut

In wenigen Schritten war ich abgemeldet. Einzige Schwierigkeit - ich musste erst einen Google-Account anlegen, dem mein Orkut-Account dann zugeordnet wurde - und aus dem heraus kann meine Orkut-Mitgliedschaft getilgt wurde.

byebye-orkut3

Ich werde Orkut nicht vermissen. Es war für mich ein kleines Experiment, mehr nicht.

Second Life ist zu hungrig

Auf dem Barcamp in Köln wurden mir einige Grundzüge des Spiels der Online-Erlebnis-und-Geschäfts-Plattform Second Life vorgeführt. Das sei die Zukunft, wurde mir versichert: weg vom Textbrowser, hin zur 3D-Welt, wo Wissen greif- und erfahrbar ist. Nun denn - die Zukunft muss auf mich warten.

Das erste was nach dem Start des Programms passiert: der Gehäuse-Lüfter meines Notebooks schaltet auf die höchste Stufe. Das tut er äußerst selten. Um die Second-Life-Oberfläche überhaupt einigermaßen flüssig zu halten, muss ich alle anderen Programme schließen. Und selbst dann bauen sich die Gegenstände und Personen nur äußerst gemächlich auf. Das macht das Umgehen mit dem Programm schwer: wenn die Reaktion erst ein paar Sekunden nach der Aktion folgt, ist das nicht besonders intuitiv.

Die Interaktion auf der Plattform mag toll, neu, vielseitig sei - bei meinen ersten ruckelnden Ausflügen entdeckte ich davon jedoch nur wenig. Das mag an der Ziellosigkeit und Isolation liegen: ich habe keine Freundesliste aufgebaut und auch keine virtuellen Presse- und Entwicklerkonferenzen auf dem Terminplan, zu denen man mich eingeladen hätte. Ich wanderte nur durch die Gegend, klickte mal hier, klickte mal da. Nach einiger Zeit stieß ich auf einen menschenleeren Raum, in den sicher jemand viel Zeit und Linden-Dollars gesteckt hatte. Ein kleiner Teich in der war in der Mitte - und für zwei Linden-Dollar hätte ich dort tatsächlich angeln können, wie mir ein Schild verriet.

Ich soll Geld bezahlen, um in einem virtuellen Teich zu angeln? Wer bin ich denn? Sicher wäre es ein toller Beitrag, um den Erbauer des Teichs, seine Kreativität und Arbeit zu belohnen. Wie man hört ist Second Life ja eine florierende Volkswirtschaft. Aber Geld zahlen für das Angeln in einem virtuellen Teich?? Das erscheint mir nicht fortschrittlich - eher ein Rückschritt in die Zeit der Onlinedienste, wo jedes Fitzelchen Interaktivität Geld kostete.

Fazit: entweder bin ich noch nicht reif für Second Life oder Second Life ist noch nicht reif für mich. Vielleicht werden wir irgendwann wieder zusammenfinden. Doch jetzt ist mir Second Life einfach zu hungrig.

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