Archive for the 'gefragt' Category

Personalisierte Werbung oder werbonalisierte Personen?

Grade habe ich Jan Schmidt im ZDF-Interview zu Selbstdarstellung im Internet gehört. In einem Nebensatz ging er kurz auf personalisierte Werbung ein und erklärte, dass die Werbung an die Bedürfnisse des Nutzers angepasst wird.

Ist nicht schon der Begriff “personalisierte Werbung” eine ganz große Lüge? Denn in Wahrheit läuft es ja genau andersherum. Die werbenden Unternehmen suchen sich die Beworbenen aus, nicht umgekehrt. Wenn ich einen Werbevermarkter einschalte, kann ich auswählen, ob sie akademisch gebildete Menschen zwischen 23 und 30 Jahren im Großraum Köln ansprechen will. Wenn ich als Kunde hingegen ein starkes Interesse am nächsten Ipod-Update habe, muss ich mich schon selbst bei Apple informieren. Oder die Fachpresse studieren.

Lange Rede, kurzer Sinn: der Begriff personalisierte Werbung ist eine Marketing-Lüge, es existiert bisher allenfalls Mikrotargeting. Wir Konsumenten sind Zielscheiben, keine Geschäftspartner.

Echte personalisierte Werbung wäre doch mal ein Geschäftsmodell. Aber das verlangt Arbeit. Und solche Werbungen wie “Sie wurden auserwählt!!!!11!!!” kann man dann nicht mehr verkaufen.

Wozu 30MBit pro Sekunde?

Welcher Internetdienst kann denn dauerhaft eine Leitung 30MBit pro Sekunde füllen - wenn nicht Bittorrent? Ich hab eine 2MBit-Leitung und kann die wirklich selten auslasten. Selbst wenn ich ein ISO-Image herunterlade - welcher FTP-Server bietet dauerhaft für ein Massenpublikum mehr als 3 bis 4 MBit?

Nerd endorsement

Was bringt wohl der xkcd-Wahlaufruf für Obama? Mehr als der von Lessig?

De Esportuis nil nisi bene?

Die vermeintliche Online-Revolution Der Westen hat sich einem Thema angenommen, das in anderen allgemeinen Informationsmedien so gut wie keine Rolle spielt: Der eSport hat seine eigene feste Rubrik in dem WAZ-Portal.

Doch bei der einen Top-Meldung der vergangenen Tage versagt das schnelle Medium: Was bereits seit Donnerstag in Fachmedien wie readmore, am Freitag auch bei Heise und Golem steht, ist bei “Der Westen” noch kein Thema: die gerichtliche Auseinandersetzung um eine Entscheidung des Liga-Betreibers Turtle Entertainment.

Ach ja: Turtle Entertainment unterstützt den Westen bei der E-Sport-Berichterstattung redaktionell. Da wäre ein Exklusiv-Interview zum unbequemen Thema doch angebracht?

Trinkgeld für Mr. Eurowings

Man stelle sich vor, man geht in ein Schuhgeschäft und finde ein tadelloses Paar schöner schuhe für 24 Euro. Man wundert sich etwas über den niedrigen Preis, aber was soll schon verkehrt sein? An der Kasse dann die Aufklärung - ja, der Schuh kostet in Wahrheit 49 Euro und 15 Cents, schließlich müssten ja “Steuern, Gebühren und Entgelte” drauf geschlagen werden.

Unvorstellbar? Bei Billigfliegern ist das Alltag. Es wird mit Preisen ab Null Euro geworben und wenn man auf der Webseite einen Flug herausgesucht hat, wird ein höherer Preis präsentiert. Der Zuschlag ist oft teuer als der Grundpreis.

Da stellt sich mir doch die Frage: Was ist denn dieser Grundpreis eigentlich? In normalen Geschäften besteht ein Preis ja quasi ausschließlich aus “Steuern, Gebühren und Entgelten” - von der Abwassergebühr des Geschäfts bis hin zu den Entgelten für Ladenpersonal und Miete. Was sind also die 24 Euro? Die Gewinnspanne? Ein Trinkgeld für Mister Eurowings?

Hey, von der Leyen

Nach dem üblichen Wochenendpolitauflauf hat Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen ihren Vorschlag ad acta gelegt, Kinder als halbamtliche Testkäufer einzusetzen. Ich weiß nicht, ob ich darüber glücklich sein soll. Schließlich wäre es die perfekte Ausbildung der Kinder gewesen, um sie auf den Präventionsstaat vorzubereiten, an dem wir alle so eifrig arbeiten. Misstrauen ist die Devise. Und Wachsamkeit!

Aber sehr verehrte Frau Bundesministerin, ich habe einen Alternativ-Vorschlag. Statt gefährdete Jugendliche in den gefährlichen Einzelhandel zu schicken, soll doch der Einzelhandel zeigen, wie sehr er sich um die Jugendlichen sorgt. Die Mittel sind schon vorhanden: Fast jeder Supermarkt ist inzwischen videoüberwacht: wenn die Kameras nicht gerade auf der Suche nach Ladendieben sind, so schauen sie den eigenen Mitarbeitern auf die Finger. Alles, was nun nötig ist: eine gesetzliche Pflicht, diese Videobänder auf Anforderung den Jugendschutzbehörden zu übergeben. Wenn ein 15jähriger Bier kauft, wird das ja auf den Bändern zu sehen sein.

Wie gesagt: die Kameras sind schon in den Läden vorhanden, sie brauchen nur eine kleine (Grund)Gesetzesnovelle, um den Zugriff in rechtsstaatliche Bahnen zu lenken. Am besten ist es, man fragt die Ladenbesitzer gar nicht vor der Überprüfung - sie könnten belastendes Material beseitigen. Dank Breitbandanschlüssen ist das aber kein Problem: die Kameras bekommen eine Internetschnittstelle und die Behörden das geheime Passwort. Die Experten der Deutschen Bahn AG werden sicher gerne helfen, die kennen sich aus mit Überwachungskameras. Auch die Frage der Identifizierung Minderjähriger auf den Videobändern ist schon in Arbeit. Die Antwort lautet: Schülerregister. In jeder Schülerakte sollte es ein Foto geben, das ihn biometrisch kenntlich macht. Der Nutzen einer solchen Datei wäre ressortübergreifend. Ausreißer könnten schnell gefunden werden. Und nach dem nächsten Bombenanschlag haben wir schnell eine Bilderdatei mit sämtlichen Käufern von Nägeln.

Aber lieber Frau von der Leyen, warten Sie noch etwas ab. So praktisch und folgerichtig mein Vorschlag auch sein mag - er ist nicht politisch durchsetzbar. Noch nicht. Warten Sie ab, so lange es ihre Amtszeit erlaubt. In einem Jahr haben wir uns mit Vorratsdatenspeicherung und Co abgefunden, dann ist der nächste Schritt gar nicht so schwer.

Technology Review zählt

Weiß eigentlich jemand, warum unter Artikeln der Technology Review online immer die Anzahl der Zeichen steht?

Technology Review - Footer

Kann sich der Leser dann auf die Schulter klopfen, weil er am Bildschirm mehr als die üblichen 20-Zeiler gelesen hat? Oder erleichtert das die Honorarabrechnung?

PS: Meine Email-Anfrage wurde von der Redaktion flugs beantwortet: Die Zahl wurde auf ausdrücklichen Leserwunsch eingeführt. Diese wollten wissen, wieviel Text sie erwartet.

Was ist ein Schäuble?

Peter Mühlbauer bezeichnet den zurückgetretenen US-Justizminister Alberto Gonzales bei Telepolis als den amerikanischen Schäuble.

Was zeichnet denn einen “Schäuble” aus? Minister, konservativ, Jurist, mit Anti-Terror-Gesetzen beschäftigt, christlich und weiß? Wer wäre denn der Schäuble Frankreichs oder der Schäuble Russlands? Sicher könnte man da jeweils das halbe Kabinett als Schäuble bezeichnen.

Was zählt OpenOffice da?

Früher fand ich die Statistik-Funktion von OpenOffice sehr praktisch - in letzter Zeit gibt sie aber viel Blödsinn aus.

OpenOffice Bug

Ist das Problem schon bekannt?

Hallo Nordwest-Zeitung

Es ist ja schön, dass ihr jetzt auf der neuen Karikaturen-Seite auch ein kleines Archiv anbietet. Besser wäre es jedoch, wenn ihr die Bildunterschriften auch in das neue Layout integrieren würdet - die stehen nämlich nur auf der alten Seite - ohne Karikatur. Ich finde es etwas unbequem, wenn ich mir die Pointen zusammensuchen muss.

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