Piratebus A380
Ist Airbus nicht gelebtes P2P?
Ist Airbus nicht gelebtes P2P?
Tolle Idee. Aus den Filmen der allgegenwärtigen Überwachungskameras in London wurde ein Musik-Video zusammengestellt. Ein kreativer Appell, die Überwachunshysterie herunterzudrehen. Oder eher ein Beweis, wie sehr sie doch schon zum Alltag gehört? Dass man mit big brother gut leben und sogar seinen Spaß haben kann?
Was sollten wir also fordern? Weniger Kameras? Oder eher sogar mehr: In jede Kamera-Zentrale sollte man ein paar Kameras installieren, die genau dokumentieren, was und wie denn so aufgezeichnet wird. Wann sich der Überwacher die Nase putzt, ob er ins Badezimmer der Wohnungen ringsum zoomt und ob jemand dreckige Witze macht.
Wieso kann ich eigentlich nicht twittern, dass Twitter down ist?
Fast hätte ich mir einen Eee-PC gekauft: Ein innovatives Gerät, gleichsam Spielzeug und nützliches Arbeitsgerät. Schick anzusehen, praktisch und preisgünstig. Ein speziell angepasstes Linux schließt Treiber-Konflikte aus und ermöglicht es, Desktop-Applikationen an die heute ungewohnte Displayauflösung anzupassen. Völlig neue Möglichkeiten.
Dann der Schock auf der Cebit: Sie klatschen einfach Windows drauf. Auf einem Nebenstand konnte man das Trauerspiel sehen: Eee-PCs mit einem unangepassten Windows XP. Die GUI des IE ist so fett, dass man von einer Webseite kaum noch etwas sehen kann. Das präsentierte Zubehör war auch nur notdürftig mit Linux betreibbar, volle Funktionalität nur mit Windows. Auf der Pressekonferenz demonstrierte der ASUS-Chef dann, dass er absolut keine Ahnung hatte, wie es zu diesem tollen Erfolg kommen konnte. Strategie: Schnell möglichst viel davon verkaufen - die Konkurrenz wird den Eee-PC bald übertreffen.
Ergebnis: Statt einem innovativen Gerät mit iPod-Potenzial haben wir ein Billig-Laptop von einem Hersteller mit zweifelhaftem Support. Wird das fest verlötete Soliud State Drive über die Garantiezeit halten? Oder in ein paar Monaten massenhaft ausfallen? Jetzt reduziert Asus auch noch klammheimlich die Akku-Kapazität.
Schade Asus. Ihr habt es nicht anders gewollt.
Dass BILD-Werbung das Prädikat dumm-dreist verdient, wissen wir ja schon lange. Dieses Exemplar erscheint aber ungelenk:
“Das ist nicht Indien!” - Okay, das sind vier einfache Worte und dazu kommt ein Ausrufezeichen. Die Überschrift kommt zwar ideellen Analphabeten entgegen, aber als BILD-Schlagzeile ist sei dennoch nicht ganz glaubhaft. Wo bleiben Sex, Crime und Niedertracht? Ich schlage diese Alternativen vor, die es wirklich auf die BILD-Titelseite schaffen könnten:
Wie wäre es mit der ethnologischen Variante?
Nackte Brüste, wilde Tänze - So treibt es die Neue Welt!
Oder Verbraucheraufklärung? Die Exklusiv-Enthüllung!
Der Amerika-Betrug - Ist es doch nur Indien?
Gerne genommen: die menschliche Tragödie:
Die See ist seine Braut - Ehe-Aus für Kolumbus!
PS: Die Bebilderung ist bemerkenswert authentisch, sie passt zu den Standards des beworbenen Mediums: Denn das Bild wurde 400 Jahre nach dem Ereignis aufgenommen, ist romantische Fantasie und keine Dokumentation. Aber da niemand wirklich weiß, wie dieser Kolumbus eigentlich aussah, ist die nicht gekennzeichnete Verwendung eines Symbolfotos ja mehr als legitim.
Die Twitter-Auswerte-Dienste nehmen so langsam überhand. Da wäre es doch schön, wenn die versammelte Re:Publica-Besucherschaft sich mal die Lehren aus der ersten Keynote von Viktor Mayer-Schönberger zu Herzen nimmt: Nützliches Vergessen. Muss denn alles aggregiert und ausgewertet werden?Was schert es die anderen, was ich vor drei Wochen, Monaten oder Jahren twitterte? Wo bleibt der Kontext, wo die Privatsphäre?
Was wäre einfacher und sinnvoller, als Twitter das Vergessen beizubringen? Ein kleines Skript, dass es jedem Twitter User einfach ermöglicht, die Beiträge ab einem gewissen Alter wieder vom Server zu löschen.
Was meint Ihr? Freiwillige Coder vor!
Die CSU unter 50 Prozent, der Transrapid ruht in Frieden - jetzt könnte Bayern eigentlich EU-Beitrittsverhandlungen in Erwägung ziehen.
Ich wollte grade in einer Bäckerei gemütlich frühstücken, da plärrte es aus dem obligatorischen Fernseher in der Ecke. Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses Sebastian Edathy (SPD) will Autobahnbrücken per Videokamera überwachen lassen, um zu verhindern, dass Täter Gegenstände auf die Autofahrer darunter werfen. Die Idee ist so hinreißend dämlich, dass sich sogar der N24-Moderator zu einer kritischen Nachfrage hinreißen ließ.
Da kann ich nur sagen: Herr, wirf Hirn vom Himmel. Wenn es Autobahnbrücken geben sollte, wo so etwas tatsächlich häufig passiert - was ich bezweifle - was sollte man tun: Eine sündhaft teure Videoüberwachungsanlage zu montieren, die im Zweifel eh nur unscharfe und viel zu dunkle Bilder eines Täters liefern kann, der zu dämlich war die Kamera zu sehen. Oder: Einen Zaun anbringen, der viel billiger ist und verhindert, dass überhaupt so ein Mordanschlag geschieht?
Wäre Herr Edathy ein Hinterbänkler, könnte man die Sache abhaken. Ich fürchte aber, wir haben es mit einem ernsten Problem zu tun. Führende Innenpolitiker sind offenbar nicht mehr in der Lage Problemlösungen ohne Biometrie und Videoüberwachung auch nur in Erwägung zu ziehen. Warten wir zwei Jahre und Zigarettenautomaten werden videoüberwacht um den Jugendschutz zu gewährleisten.
ARD-Korrespondent Gregor Hoppe berichtet von einer Predigt des Papstes:
“Das Innere der Menschen sei von “Halbwahrheiten” oder “offener Falschheit” bedroht. “All dies trübt und befleckt unsere Seele, bedroht uns mit der Unfähigkeit zur Wahrheit und zum Guten”, sagte Benedikt weiter.
Der nächste Absatz fängt so an:
Die schlechten Wettervorhersagen haben sich bislang nur zum Teil bewahrheitet: Es ist zwar im Lauf dieses Gründonnerstags fast winterlich kalt geworden, und in ganz Italien regnete es. Über Rom aber hatte der Himmel am Abend aufgeklart,…
Werden die Wetterfrösche nun exkommuniziert?
Burkhard Strassmann zweifelt bei Zeit Online an der Notwendigkeit der IT-Sicherheit und sieht besonders beim Datenschutz ein Vermittlungsproblem.
Dass die Sicherheitsbranche wenigstens einen Mann präsentieren kann, der ihre Existenzberechtigung belegt, ist einiges wert. Ansonsten geraten die meisten befragten Aussteller ins Stocken oder ins Geschwafel, wenn man sie konkret nach “dem Bösen” fragt, das bekämpft werden muss. Das gilt besonders für Datenschützer. Regelmäßig fällt ihnen auf die Frage nach einem Beispiel für Datenmissbrauch nur eine Antwort ein: Es gebe doch das Datenschutzgesetz. Und deshalb den Datenschutz!
Nun - die behördlichen Datenschützer mögen noch nicht ganz im Zeitalter von sozialen Netzwerken angekommen zu sein und sicher sind viele Produkte eher kreativ als nützlich - dennoch sollte man Realist bleiben. Glaubt man den Zahlen in der Wikipedia hat es über 10 Jahre gedauert, bis Spammer die Vorteile des Mailversands erkannten und nutzten. StudiVZ gibt es gut zwei Jahre und schon hat die Bild den Nutzen entdeckt.