mspr0 revisited

Zur causa Michael Seemann vs. FAZ gibt es grade eine enorme Menge an Empörung. Versuchen wir es zur Abwechslung mit ein wenig Nutzwert.

Eine deprimierend große Anzahl von Netizens weiß offenbar nicht, wie sie die heute gelöschten Beiträge nachlesen können. Nun, das ist ganz einfach:

  1. Wenn ihr das Blog so toll fandet, wie ihr es in Tweets und Blogbeiträgen schildert, sind alle Blogbeiträge sicherlich in Eurem Feedreader zu finden.
  2. Und falls nicht: da gibt es eine ganz neue Erfindung namens „die Cloud“. Viele Informationen werden auf vielen Servern zwischengespeichert. Konkreter: Loggt Euch bei Google Reader ein, klickt auf „Abonnement hinzufügen“ und gebt den Blognamen „CTRL-Verlust“ ein. Dort sind die Beiträge zwar nicht ewig, aber bestimmt noch während des nun aufkommenden Shitstorms bequem nachzulesen. Sogar die mehr als unbedacht eingebundenen CC-Bilder sind dort noch zu sehen.

Und nein: das macht eine Löschung nicht ungeschehen.

Leave a comment

7 Comments.

  1. Weil du mich da oben verlinkst (mit dem scheinbaren Nichtwissen): that’s not the point.

  2. Till: Du schreibst bei Dir im Blog

    würde ich jetzt gerne nochmal Seemanns Beiträge im Blog bei der FAZ durchblättern, was aber ja leider gerade nicht geht

    Und ich habe hier kurz geschildert, wie Du das doch ganz einfach tun kannst. Mehr nicht aber auch nicht weniger.

  3. Ja. Ich schreibe das aber nicht, weil ich nicht weiss, dass es verschiedene Wege und Möglichkeiten gibt, „gelöschte“ Seiten doch zu lesen, sondern um den Punkt zu machen, dass das Bloggen bei einem Verlag mit einer besonderen Art von Kontrollverlust verbunden ist – nämlich der, dass der oder die Bloggende Kontrolle über die eigenen Texte an den Verlag abgibt.

    (Damit will ich jetzt gar nicht bestreiten, dass das es nicht doch hilfreich ist, eine Anleitung zum Lesen „gelöschter“ Seiten zu haben).

  4. Till: Mir taten schlichtweg die armen Leute leid, die in den Kommentaren in mspr0’s Blog und auf Twitter Google-Cache-Links zu einzelnen Beiträgen verbreitet haben :-)

  5. Mir tun einfach die ganzen Leute leid, die sich große Debatten über internetbasierte Lebensmodelle liefern, aber dabei nicht mal die Grundlagen von Copyright, Urheberrecht und persönlichem Eigentum verstehen. Als ob lasziver Umgang mit CC-Lizenzen ein Kavaliersdelikt oder gar ein Beweis von Coolness wäre. Hupps, kann ja mal vorkommen, auch gerne mehrfach.

    Von Meinungs-, Rede- und Pressefreiheit eine Ahnung zu haben, wäre für viele der Teilnehmer an den Seemann’schen Diskussionen des letzten halben Jahres auch nicht schlecht gewesen. Und von Dingen wie Grammatik und Semantik wollen wir lieber gar nicht erst reden.

    Was wäre schlecht daran, Herrn Seemann und seine Ideen erst mal ein wenig zurückzustellen (ihm vielleicht erst mal ein paar Tips zum Überleben in NY nachsenden), und bis auf weiteres die eingesparte Zeit damit zu verbringen, die Basics zu verstehen?

Trackbacks and Pingbacks: