Der EeePC-Rant
Fast hätte ich mir einen Eee-PC gekauft: Ein innovatives Gerät, gleichsam Spielzeug und nützliches Arbeitsgerät. Schick anzusehen, praktisch und preisgünstig. Ein speziell angepasstes Linux schließt Treiber-Konflikte aus und ermöglicht es, Desktop-Applikationen an die heute ungewohnte Displayauflösung anzupassen. Völlig neue Möglichkeiten.
Dann der Schock auf der Cebit: Sie klatschen einfach Windows drauf. Auf einem Nebenstand konnte man das Trauerspiel sehen: Eee-PCs mit einem unangepassten Windows XP. Die GUI des IE ist so fett, dass man von einer Webseite kaum noch etwas sehen kann. Das präsentierte Zubehör war auch nur notdürftig mit Linux betreibbar, volle Funktionalität nur mit Windows. Auf der Pressekonferenz demonstrierte der ASUS-Chef dann, dass er absolut keine Ahnung hatte, wie es zu diesem tollen Erfolg kommen konnte. Strategie: Schnell möglichst viel davon verkaufen - die Konkurrenz wird den Eee-PC bald übertreffen.
Ergebnis: Statt einem innovativen Gerät mit iPod-Potenzial haben wir ein Billig-Laptop von einem Hersteller mit zweifelhaftem Support. Wird das fest verlötete Soliud State Drive über die Garantiezeit halten? Oder in ein paar Monaten massenhaft ausfallen? Jetzt reduziert Asus auch noch klammheimlich die Akku-Kapazität.
Schade Asus. Ihr habt es nicht anders gewollt.
ASUS hat bei der Eee-PC Produktpolitik sicherlich einige Fehler gemacht, aber die jüngeren Entwicklungen kann ich durchaus beführworten.
Der aktuellen Akku-Knappheit wegen stand der Hersteller vor den Alternativen Akku-Downgrade vs. Eee-PC Lieferstopp - hier hat man imo die richtige Entscheidung getroffen, mit einem 300h WLAN Gutschein für T-Mobile Hotspots sogar noch einen Ausgleich geschaffen.
Beim Eee-PC 900 zeigt ASUS, dass man die Linux’ler nicht aus den Augen verloren hat. 8 Gbyte Flash-Speicher mehr für die Linux-Ausführung sind ein klares Bekenntnis zum Pinguin. Windows’ler lässt man dennoch nicht im Regen stehen, finde ich super: Jedem das seine.
Ciao
Johannes
Hannes:
Nein, da irrst Du Dich. Der 300-Stunden-Gutschein - der im übrigen Ende 2008 zu Staub zerfällt - ist ein groß angekündigtes Geschenk von T-Online für die Vertriebspartnerschaft. Das Akku-Downgrade wurde hingegen hinterrücks ohne Kundeninformation vorgenommen.
Auch das “Bekenntnis zu Linux” kann ich nicht sehen. Statt den Linux-Eee billiger zu verkaufen, müssen die Kunden zwangsweise eine Speicherkarte kaufen - ob sie die benötigen oder nicht. Das ist eher ein klares Zeichen für eine Absprache mit Microsoft.