Archive for März 18th, 2008

Produktberichterstattung: Edelprostituierte

Produktberichterstattung ist immer eine Gratwanderung: Wann informiert man den Leser, wann rührt man schlicht die Werbetrommel? Die übliche Antwort: Man darf negative Seiten nicht verschweigen, muss das Produkt in einen Kontext setzen, .

Julia Jüttner vom Spiegel hat sich dem Produkt Edelprostituierte angenommen. Nach einer sehr knappen Einleitung zum Prostitutiionsskandal um den US-Gouverneur Elliot Spitzer kommt sie schnell zur Sache. Ganz im Dienste des Lesers listet Jüttner alle relevanten Informationen auf: die makellose Haut des Models, die Preise, die Zahlungsmodalitäten und die Legende(*), dass die Edelprostituierte nur aus Spaß einmal pro Monat - vielleicht auch zwei Mal - anschaffen geht. Es fehlt nur der Direktlink zur Bestellseite - den findet der solvente Kunde mit Google aber sofort.

Die negativen Seiten verschweigt Jüttner auch nicht. Hier sind sie in voller Länge:

Eine Selbstwahrnehmung, die Experten nicht teilen. “Frauen, die sich von Begleitagenturen vermitteln lassen, machen nichts anderes als andere Prostituierte auch: Sexarbeit”, sagt Veronica Munk von Amnesty for Women. “Egal, wie viel Geld die Callgirls nehmen.”

(*) Ausnahmen mag es geben. Aber solche Stories kann man ebensowenig glauben, wie die angebliche Bisexualität der Prostituierten. Illusion gehört nun mal zum Geschäft.

Kloppt Euch doch

Ob Netznörgler oder Netzbesserwisser - diese Debatte geht völlig am Alltag von Journalisten und Lesern vorbei. Und sie langweilt wirklich. Wie wäre das: ihr trefft euch vor der Tür und teilt ein paar kräftige Trackbacks aus? Wir anderen können inzwischen das Netz leben, wie es nunmal ist.

Spammer nutzen GoogleAd-Links

Grade frisch durch den Spamfilter gerutscht.

Dear xxx@example.com, be clever, purchase your pharmaceuticals from the best shop since 1992.
http://www.google.com/pagead/iclk?sa=l&ai=xxxxx&num=1234567&adurl=http://www.example.com

Das klappt ganz hervorragend: der Google-Link wird aufgerufen und schickt einen auf die Seite des Spammers rüber. Ist das neu? Da sollte Google wohl dringend nachbessern.