Wir danken
Markus Müller ist nicht mehr Beisitzer im Vorstand von Wikimedia Deutschland. Der Verein bedankt sich sehr wortkarg für geleistete Arbeit. Gründe werden nicht angegeben - das wirft Fragen natürlich auf.
Aber derzeit werden noch viele Wikipedia-Konflikte in der Öffentlichkeit ausgetragen - zumindest für Teile der Öffentlichket, die mit Diff-Links umgehen kann. Einige Hintergründe kann man wohl hier nachlesen. Und hier.
Falsch. Die Gründe liegen ganz woanders.
Nämlich?
Wie so häufig wird es ein Mosaik sein aus verschiedensten Gründen, die verwoben eine Gesamtheit ergeben. Die benannten Diskussionen incl. Sperrung werden sicher einen großen Abschlußtropfen gebracht haben – sage ich mal als an der Diskussion direkt Beteiligter –, viel schwerwiegender scheint mir aber die Gesamtfrustration zu wiegen. Markus hat sich immer für eine sehr eigene Entwicklung der Wikipedia eingesetzt (ähnlich wie Uli) und beißt damit regelmäßig auf Granit. Viele seiner Ideen sind spannend und viele seiner Ansätze vollkommen richtig; imho nicht jedoch die Wege, mit denen er sie kommuniziert.
Spekulationen über seine Beweggründe sind allerdings müssig, er wird sich was dabei gedacht haben.
Achim, Danke für die Rückmeldung - ich behaupte auch nicht, dass es alle Beweggründe sind.
Grund dieses Blog-Eintrags ist eben nicht das persönliche Schicksal von Markus Müller, es geht eher um Diskussionskultur, Transparenz und die Community. Wenn man die Diskussionen im Februar ansieht, bekommt man ein recht lebhaftes Bild, warum Markus Müller im März auch aus dem Wikimedia-Vorstand ausschiedet.
Jetzt muß ich ja nichts mehr sagen, Achim hat es schon getan. Letztlich weiß Markus es nur selbst genau. Aber eine allgemeine Frustration, das Wissen, als Einzelner nur sehr begrenzten Einfluß zu haben und letztlich eine andere Vorstellung von diversen weiteren Wegen des Projektes zu haben (vor allem Markus’ qualitative Vorstellungen teile ich ausdrücklich). Das es am Ende möglicherweise eine letzt auslösende Sache gab mag sein. Aber das war nicht wirklich ursächlich. Ich bedaure es wie auch Achim schon ganz ausdrücklich (und weiß es auch von Frank Schulenburg), daß wir Markus Mueller ob all dieser Dinge womöglich komplett verloren haben.
Auf der anderen Seite ist nicht Jeder zum Hardcore-Wikipedianer gemacht. Intensive Wikipedia-Arbeit bringt eben auch oft viel Frust mit sich. Für mich ist Wikipedia um es einmal verkützt zu sagen eine manisch-depressive Sache. Mal bringt sie einen in einen tiefen geistigen und seeligen Keller, anderntags hebt sie Einen in enegelsgleiche Sphären. Es ist auch nicht Jeder dazu geeignet Journalist zu sein, Klempner oder Schauspieler. Wenn am Ende ein Mitstreiter zum Schluß kommt, daß Wikipedia doch nichts für ihn/sie ist, muß man das akzeptieren. Bevor es sowohl bei der betreffenden Person oder im Projekt womöglich zu ernsthaften Beschädigungen kommt.
Ich bin geneigt, Marcus recht zu geben: Beleidigungen, Manipulationen, politisch merkbefreite Äußerungen und ein vom Durchschnitt abweichender Realitätssinn in der W-pedia, sind kein Rücktrittsgrund in dem Verein W-media (wie man sieht).