Die “Falle” von Marions Kochbuch
Einen sehr merkwürdigen Beitrag hat das ARD-Magazin plusminus zum Thema Marions Kochbuch abgeliefert. Grundthese: Der Fotograf lockt ahnungslose Internetnutzer in eine Urheberrechts-Falle. Dabei arbeitet er mit solch diabolischen Tricks:
Trick Nr. 1
Das Kochbuch enthält im Anhang eine Art Lexikon. Lexika wertet Google besonders hoch. Darin aufgeführt sind Zutaten in alphabetischer Reihenfolge – seitenweise. Bei Marions Kochbuch erfährt man z.B. über Lauch, er sei reich an Eisen. Das ist Quatsch, führt aber dennoch zum Erfolg, wie Timo Strohm weiß: „Das Programm kann nicht feststellen, ob man es hier mit echter Wissenschaft zu tun hat oder mit Seiten, die nur so aussehen sollen, als wäre hier ein wissenschaftliches Fachlexikon.“
Dass Google Lexika besonders hoch wertet, ist eine steile These, die schon eine Begründung verdient hätte. Massive interne Verlinkung ist schon hilfreich, aber eben kein Allheilmittel. Und wenn Kategorie-Links von “Google ausdrücklich unerwünscht sind”, warum sind die Bilder immer noch ganz oben gelistet? Google ist nicht besonders zimperlich, wenn es um unerwünschte Verlinkungen geht.
Selbst wenn die Webseite sich mit “Tricks” darum bemüht bei Google möglichst hoch gelistet zu werden - wäre das ein Freibrief zum Kopieren der Bilder? Nein, natürlich nicht. Wer auf den Link bei der Bildersuche klickt, bekommt von Google sogar eine Warnung:
Das Bild ist möglicherweise verkleinert dargestellt und urheberrechtlich geschützt.
Und so hat die Redaktion die Chance verschenkt, einige wichtige Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Warum wird ein Forums-Webmaster für die Urheberrechtsverletzung eines Nutzers verantwortlich gemacht? Wieso kann ein Fotograf 700 Euro für eine Veröffentlichung verlangen, die regulär nur einige Cents bringen würde? Und wo sind die Tipps für die Verbraucher? Bilderrechte im Netz sind keine Hexerei. Legale und kostenlose Alternativen gibt es zu Hauf.
Sorry plusminus - das war nichts. Statt einer Verschwörungstheorie solltet ihr vielleicht etwas Service liefern.
(via Lawblog)
[...] Geschäft. Was es an dem plusminus-Bericht zu kritisieren gibt, hat Torsten Kleinz zusammen gefasst: Und so hat die Redaktion die Chance verschenkt, einige wichtige Fragen zu stellen. Zum Beispiel: [...]
[...] Initiative: Um Lebensmittelfoto-Abmahnern den Saft abzudrehen, wollen einige Leute frei verfügbare Fotos von Lebensmitteln machen und [...]
[...] selbst sehe die Sache (ähnlich wie der Notizblog) etwas [...]
Salve
Gut geschrieben. Aber ob die ARD-Redakteure Deinen Blog lesen?
Gruss aus der Schweiz
Christian
Christian: Das ist nicht auszuschließen - Journalisten zeichnen sich ja manchmal durch eine gewisse Neugier aus :-)
Marions Kochbuch: erfolgreich mit Brötchen und Toast…
Unlängst war in der c’t ein interessanter Artikel von Holger Bleich mit dem Titel “Abgekocht” zu lesen. Es ging um die Website “Marions Kochbuch” und ……
Die Rache der Blogger: Freie (Kochbuch-)Bilder…
Der Sachverhalt geistert seit Wochen durch die Blogosphäre und dürfte bekannt sein.
Ob mit einzelnem Orangenphoto, mit Anwalt oder im Verbund: Die Blogger organisieren sich und schlagen zurück. Hier mal ein Ausschnitt aus dem Strauß…
Salve
Gute Idee.. wird aber versanden. Wichtiger wäre es, endlich Richter zu erhalten die der Abmahnerei ein bisschen den Boden unter den Füssen wegziehen. Sobald die Beträge nicht mehr so hoch sind, lohnt es sich auch nicht mehr!
Christian