Das LKA ermittelt auch über die Feiertage
Der Verein Anatolischer Aleviten fühlen sich vom gestrigen Tatort beleidigt. Ob sie dazu Grund hatten, weiß ich nicht: der Tatort war dermaßen schlecht, dass ich nach einer halben Stunde abgeschaltet habe. Ich bezweifle jedoch ernsthaft, dass im biederen Tatort auch nur ansatzweise Volksverhetzung stattfand.
Interessant finde ich die bei Spiegel Online genannte Begründung für die Strafanzeige:
Mit dem Strafantrag will die Gemeinde gegen die Ausstrahlung der Tatort-Folge “Wem Ehre gebührt” protestieren. Kommissare im Einsatz: Die Tatort-Folge des NDR dreht sich um eine alevitische Familie In dem TV-Krimi, den die ARD gestern Abend gesendet hatte, war es um Inzest in einer alevitischen Familie gegangen. Die Aleviten sind eine schiitische Religionsgemeinschaft. Weil über die Feiertage hinweg keine zivilrechtliche Entscheidung möglich gewesen sei, sei nun vom Berliner Verein Anatolischer Aleviten im Auftrag der Alevitischen Gemeinde Deutschland Strafantrag gestellt worden - das Landeskriminalamt ermittelt.
Die Strafanzeige ist demnach nicht als solche gemeint, sondern wurde nur eingereicht um in die Schlagzeilen zu kommen oder einen zivilrechtlichem Prozess vorwegzunehmen. Da will ich doch einfach mal Paragraph 164 des Strafgesetzbuches zitieren:
(1) Wer einen anderen bei einer Behörde oder einem zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Amtsträger oder militärischen Vorgesetzten oder öffentlich wider besseres Wissen einer rechtswidrigen Tat oder der Verletzung einer Dienstpflicht in der Absicht verdächtigt, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer in gleicher Absicht bei einer der in Absatz 1 bezeichneten Stellen oder öffentlich über einen anderen wider besseres Wissen eine sonstige Behauptung tatsächlicher Art aufstellt, die geeignet ist, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen.
Beim Barte des Propheten!
In Zukunft werden nur noch solche Charaktere als Mörder zugelassen, die keiner Glaubensrichtung angehören, weder Mann noch Frau sind, selbstverständlich keiner Nationalität zuzuordnen sind, und der Krimi spielt in keiner erkennbaren Stadt im Land der Fantasie. Der Mörder sollte weder blond noch schwarzhaarig sein, aber auch Glatzköpfe sollten nicht als potenzielle Täter gebrandmarkt werden; ein Hut oder Kopftuch löst das Problem nicht, denn auch Hut- oder Kopftuchträger sollten nicht in den Fall involviert sein.
Komplizierte Aufgabe. Und ausgerechnet jetzt streiken die Drehbuchautoren in Hollywood.
Erst mal sorry, für meine schlechte Deutsch. Ich lerne seit Kurzem deutsche Sprache .
Ich bin Alevitin und kann ich vielleicht euch erklären wie so die alevitische Gemeinde sich demütigt fühlt.
Es geht nicht darum, ob eine Alevit Mörder sein kann oder nicht. Es ist natürlich möglich und niemand als Alevit hatte was dagegen wenn es nur das ginge.
Aleviten sind eine verfolgte Glaubensgemeinde so wie irgendwann mal in Deutschland Juden gewesen. Hat man in Europa alle Pogromen mit den Geschichten rechtgefertigt wie die Juden Kinderblut trinken. In die Türkei begründet man Pogromen, die Aleviten erleben müssen mit “Blutschande”
Das heisst Aleviten sind Inzesten.
Nach alevitische Glaubenslehre Frauen sind ebenbürtig zu Männern, Poligamie ist verboten, es gibt keine Verhüllungsgebot für die Frauen. Aleviten kennen keine Scharia, dh. keine Todestraffe, keine Dchihad usw. Für allgemeine sünnitische Glaube es ist genug Beweiss dass, die Aleviten keine Müslimminen sind. Sogar wer sieben Aleviten tötet, gewinnt freie Himmelticket.
Aleviten werden durch türkische Stadt zwang sunnitisiert. EU versucht seit Jahren türkische Stadt zu bewegen Aleviten und deren Grundrechte überhaupt zu anerkennen.
Kommen wir was falsch bei den ” Wem Ehre gebührt” ? Eine alevitische Vater, der seine Tochter vergewaltigt und seine Tochter, die Ihre Ruhe in Sunnitum findet und sich verhüllt.
Niemand wagt in Deutschland eine Geschichte zu erzählen darin vorkommt einer jüdischer Mörder, der hungrig nach christliche Kinderblut ist.
Ich weiss es nicht ,geht es tatsächlich nur um Pressefreiheit? Ich bin sprachlos.
Hallo dilba,
danke für Deinen Kommentar. Wie gesagt: ich glaube nicht, dass der Tatort eine solche Verbindung zwischen Aleviten und Inzest herstellen sollte. Und eine Strafanzeige als Mittel des politischen Protests ist in meinen Augen unklug.
Der Vergleich mit dem Juden und dem Kinderblut geht etwas weit - diese antisemitischen Märchen sind einfach zu alt und unrealistisch. Falls du etwas vergleichbares Fernsehmaterial mit Juden sehen willst: “Alles auf Zucker” mit Henry Hübchen oder “Das Urteil” mit Klaus Löwitsch. Richtig schlimme Comedy mit Schinken-essenden, materialistischen und gierigen Juden: “Die Nanny”.